Wer verreist, denkt meist an Koffer, Tickets und Sonnencreme - die Zimmerpflanzen geraten schnell in den Hintergrund. Doch gerade empfindliche Arten reagieren auf mehrere Tage oder Wochen ohne Pflege gestresst. Mit ein paar Vorbereitungen und einfachen Hilfsmitteln kommen Topfpflanzen auch ohne tägliches Gießen gut durch den Urlaub.
Unterschiedliche Pflanzen brauchen mehr oder weniger Wasser
Wie lange Zimmerpflanzen tatsächlich ohne Wasser auskommen, hängt neben der Art auch von Topfgröße, Erde und Standort ab. Kleine Töpfe trocknen schneller aus, südseitige Fenster mit viel Sonne ebenso.
Wer seine Grünpflanzen genauer beobachtet, kann vor dem Urlaub besser einschätzen, welche besondere Aufmerksamkeit brauchen. Denn die Spannbreite ist groß:
- Robuste Kakteen und Sukkulenten kommen vier bis sechs Wochen ohne Wasser problemlos aus.
- Tropische Arten wie Monstera, Glücksfeder, Philodendron oder Einblatt sind empfindlicher. Sie sind an feucht-warme Bedingungen gewöhnt und mögen es gar nicht, wenn ihr Wurzelballen komplett austrocknet.
Wer länger als zwei Wochen weg ist, sollte für solche Pflanzen möglichst einen Pflanzensitter einplanen - etwa Nachbarn oder Freundinnen, die zwischendurch gießen.
Zimmerpflanzen vorbereiten: Gießtipps vor der Reise
Kurz vor der Abfahrt "alles noch mal richtig nass machen" - diese Hauruck-Aktion empfehlen Fachleute nicht. Wird die Erde schlagartig durchtränkt, kann das zu Staunässe und Wurzelfäule führen.
Besser ist es, die Pflanzen schon in den Tagen vor dem Urlaub regelmäßig, aber maßvoll zu gießen. So bleibt die Erde gleichmäßig feucht, ohne zu vernässen.
Eine kleine Wellness-Behandlung hilft zusätzlich: Blätter abduschen befreit von Staub und sorgt dafür, dass die Pflanzen Licht besser nutzen können.
Wer möchte, kann ein geeignetes Pflanzenstärkungsmittel einsetzen. Es soll das Wachstum unterstützen und die Pflanzen widerstandsfähiger machen, das ersetzt aber kein Gießen.
Wenn eine Pflanze sehr schnell austrocknet, kann das ein Hinweis sein, dass der Topf zu klein ist oder die Erde Wasser nicht mehr gut speichert. In solchen Fällen lohnt es sich, noch vor dem Urlaub umzutopfen und frische Erde zu geben.
Pflanzen sollten vor der Reise nicht direkt ans Fenster mit voller Sonneneinstrahlung gestellt werden. Das heißt, etwas weiter weg und gerne auch zusammenstellen.
Denn wenn man Pflanzen zusammenstellt, entsteht ein Mikroklima, die Luftfeuchtigkeit wird erhöht. Mehr Luftfeuchtigkeit führt dazu, dass weniger Wasser verdunstet. So entsteht ein kleines Mini-Gewächshaus im Wohnzimmer und die Pflanzen trocknen langsamer aus.
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Urlaubsbewässerung: Selbstbewässerungstöpfe und andere Hilfsmittel
Wenn niemand zum Gießen vorbeikommt, helfen technische und einfache Hilfsmittel. Bekannt sind Wasserkugeln oder mit Wasser gefüllte Flaschen, die man kopfüber in die Erde steckt. Sie geben langsam Wasser ab und können für einige Tage überbrücken.
Als besonders zuverlässige Lösung gelten Selbstbewässerungstöpfe. Das sind Übertöpfe mit einem großen Wasserreservoir im Unterteil. Die Pflanze steht oberhalb dieses Reservoirs und kann sich über Kapillaren oder einen speziellen Einsatz nach Bedarf Wasser "ziehen".
Je nach Pflanzenart und Größe reicht dieser Vorrat für mehrere Tage bis einige Wochen. Wichtig: Vor dem Urlaub den Behälter vollständig füllen und prüfen, ob das System funktioniert.
Für kleinere Pflanzen mit kleinen Wurzelballen gibt es einen weiteren Trick: Sie kommen aus ihren dekorativen Übertöpfen heraus und werden in eine große, durchsichtige Plastikbox gesetzt. Die Pflanzen werden vorher gewässert und anschließend die Box zugemacht. Die Luftfeuchtigkeit hält sich dann darin.
In der geschlossenen Box entsteht ein feuchtes Mikroklima, ähnlich wie in einem Gewächshaus. Wasser verdunstet aus der Erde und kondensiert an den Wänden, tropft wieder zurück, das ist ein Kreislauf, von dem die Pflanzen profitieren. So können auch empfindlichere Arten einige Tage bis zu zwei Wochen überstehen, ohne erneut gegossen zu werden.
Die Pflege nach dem Urlaub ist wichtig
Wichtig ist, nach der Rückkehr von der Reise die Pflanzen langsam wieder an den normalen Rhythmus gewöhnen. Erst prüfen, ob die Blumenerde tatsächlich trocken ist, dann moderat gießen statt sofort nachzuholen. Blätter, die im Urlaub gelitten haben, können entfernt werden, um Platz für neue Triebe zu schaffen.
Mit guter Vorbereitung, passenden Hilfsmitteln und gegebenenfalls Unterstützung durch Pflanzensitter müssen Zimmerpflanzen kein Ferienproblem sein. Dann können sie weiter wachsen, während ihre Besitzerinnen und Besitzer entspannt Urlaub machen.