Beim Einkaufen von Obst und Gemüse im Supermarkt kommt es darauf an, ob ein Preis je Stück auf den Schildern steht oder es abgewogen werden muss. Verbraucherschützer machen sich dafür stark, grundsätzlich nur noch nach Gewicht zu verkaufen. SWR-Ernährungsexpertin Sabine Schütze findet die Idee gut.
Fairer wäre es tatsächlich. Denn auch wenn die Gurken oder der Radieschenstrauß ähnlich groß sind, gibt es ja trotzdem kleinere und größere Exemplare. Und für eine kleinere und leichtere Gurke zahlt man dann auch ein paar Cent weniger.
Nachhaltiger Gemüse einkaufen
Beim Kohlrabi sind die Unterschiede übrigens deutlich größer - das hat ein Marktcheck der Verbraucherzentralen gezeigt. Obwohl Kohlrabis nach einheitlichem Stückpreis verkauft werden, waren die kleineren Kohlrabis bis zu 500 Gramm leichter als die großen Exemplare.
Deshalb bleiben oft kleinere Kohlrabis oder die kleineren Salat- und Kohlköpfe liegen und werden am Ende von den Supermärkten entsorgt. Zwingendes Abwiegen für alle Obst- und Gemüsesorten könnte das ändern, damit auch kleinere Exemplare gekauft werden.
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Jedes Obst und Gemüse abwiegen: Was sagt der Handel dazu?
Der Handel sagt, die Kundinnen und Kunden würden mit den Stückpreisen gut klarkommen. Außerdem erspare es Aufwand, wenn man nicht alles abwiegen müsse. Diese Argumente lässt SWR-Ernährungsexpertin Sabine Schütze aber nicht gelten.
Das ändert nichts daran, dass das Abwiegen transparenter wäre. Zum Beispiel muss ich Brokkoli meist mit 300 Gramm oder 500 Gramm vorabgepackt kaufen. Das macht mir einen Preisvergleich schwer. Und ich kann nicht selbst entscheiden, wie viel Brokkoli ich wirklich brauche, weil es den so gut wie nie lose und nach Gewicht gibt.
Obstaufkleber – essbar oder giftig?
Ob abgepackt oder nicht: Obst hat im Supermarkt oft einen Aufkleber. Die Kleber dieser Etiketten müssen lebensmittelecht sein. Das heißt, sie dürfen keine giftigen oder schädlichen Bestandteile enthalten. Da gibt es klare Vorgaben, um Verbraucherinnen und Verbraucher zu schützen.
Die Etiketten selbst sind nicht zum Mitessen gedacht, aber mit ungiftigen Farben bedruckt, damit keine bedenklichen Substanzen auf den Apfel oder die Birne übergehen.
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Vorsicht bei Latexallergie
Der Kleber besteht in der Regel aus Naturkautschuk und lässt sich meist rückstandsfrei entfernen. Selbst wenn noch ein Rest Kleber an der Apfelschale haftet, ist das kein Problem, wenn wir ihn mitessen.
Einzige Ausnahme sind möglicherweise Latexallergiker.
Warum gibt es keine eingebrannten Logos?
Man sieht immer mal wieder Kiwis oder Bananen mit einer Art eingebranntem Logo. Die offizielle Bezeichnung ist "Natural Branding".
Hier wird mit einem Laser hauchdünn in die äußere Schalenschicht etwa das Wörtchen "Bio" gebrannt. Das setzt sich aber nur langsam durch - hauptsächlich, weil die Anschaffung der Maschine teuer ist.
Ein Hersteller dieser Lasermaschinen hat dem SWR bestätigt, dass er stetig neue Bestellungen hat. Solche materialsparenden Etikettierungen wird es in Zukunft also wohl häufiger geben.