Sucht: Jede(r) 5. im Land hat einen problematischen Alkoholkonsum
Viele Jahre hat es Nicole Senghas ausgehalten, dass ihr Mann trinkt. Dass ihr Mann in die Sucht und sie selbst in Co-Abhängigkeit rutschte, hat Nicole erst nach Jahren richtig verstanden.
Niemals schämen: Kopf hoch, auch wenn der Hals dreckig ist. Verzweiflung – nein. Das wäre nicht mein Naturell.
Bei der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen findet ihr Suchthilfe-Angebote in eurer Nähe.
Nicole und ihr Mann Joachim erzählen, wie leicht man sich im Strudel des Alkohols verfangen kann und dass nur eines hilft: klare Grenzen ziehen. Denn erst als Nicole sich auf ihre Bedürfnisse konzentrierte, gelang ein Neuanfang für beide.
Man braucht auch nichts schön zu schwätzen: Wenn man mit Alkohol ein Problem hat, dann sollte man sich auf den Weg machen. Es gibt Hilfe! Weitertrinken ist das Einfachere, bloß hast Du da dann auch nicht gelebt.
Der Rat von Nicole Senghas an Angehörige von alkoholkranken Menschen: "Stellt Euch diese Frage: Wie kann ich mich selber stärken, um aus dem Strudel rauszutreten? Manchmal reicht es, den eigenen Standpunkt klarzumachen und zu sagen: Jetzt guckst Du, wie Du Dein Leben auf die Kette kriegst. Ich muss mich jetzt auf mein Leben konzentrieren. Einfach klare Grenzen setzen."
Wie geht es Joachim und Nicole 2025?
Wir haben bei Joachim und Nicole nachgefragt, wie es ihnen geht. Kurz vor Weihnachten 2025, also rund vier Jahre später, sprechen wir mit beiden. Joachim ist weiterhin abstinent.
Wir sind nach langen Jahren getrennt lebend wieder zusammengezogen. Das wäre niemals möglich gewesen, wenn man den Weg nicht so genommen hätte (...) uns geht es dadurch viel besser.
Außerdem sind sie aktiv beim Freundeskreis für Suchtkrankenhilfe. Die Selbsthilfegruppe unterstützt Menschen, die sich in ähnlichen Situationen befinden. Dort können sich auch Angehörige hinwenden.
Wenn dann der Suchtkranke erlebt, dass der Angehörige sich auf den Weg macht, dann kann das natürlich auch aufrütteln.
Sucht macht einsam – Hilfe für Drogenkranke und ihre Angehörigen
Kennt ihr auch Überlebenskünstler? Menschen, die uns Mut machen und zeigen, dass ein Neuanfang mitten in der Krise möglich ist? Oder seid ihr selbst so jemand?
Schreibt uns – wir freuen uns über eure Mutmach-Geschichte.
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