So kam Alfons zum Schlagzeug
SWR1: Was hat Dich dazu bewegt, Dir ein Schlagzeug zu kaufen?
Alfons: [...] Ich hatte schon lange mit der Idee gespielt, Schlagzeug zu lernen. Ich konnte das überhaupt nicht. Auf die Empfehlung eines befreundeten Schlagzeugers hatte ich online ein Schlagzeug bestellt und [...] zwei Tage später war es da.
Ich wusste nicht einmal, wie man es aufbaut, das heißt, ich habe alles online lernen müssen. Dann habe ich angefangen draufzuhauen und gemerkt, so lerne ich es nicht. Online habe ich dann nach Tutorials gesucht und die eines französischen Schlagzeugers gefunden, der das supergut erklärt. Ich habe dann jeden Tag vier bis fünf Stunden Schlagzeug gespielt.
Für mich war das super. Ich habe wirklich etwas Neues gelernt und es hat tierisch viel Spaß gemacht. [...] Als aber die Normalität wieder da und ich als Kabarettist unterwegs war, übe ich seitdem nicht mehr. Aber es war eine tolle Sache.
Spannende Momente für Alfons etwas Neues zu lernen
SWR1: Was war für Dich der spannendste Moment beim Lernen?
Alfons: Es gibt verschiedene Übungen, die der Lehrer angeboten hat. Und wenn Du alle diese Übungen in einem Monat machst, kannst Du dieses Stück begleiten. Das war ein Stück, das er extra für Anfänger geschrieben hatte.
Ich habe schnell gesehen, ich bin nicht wirklich talentiert und kriege es in einem Monat nicht hin – aber irgendwann. An diesem Tag, an dem ich das Stück zum ersten Mal fehlerfrei hingekriegt hatte, war ich so stolz. Auch jetzt, Jahre später, merke ich, wie ich Glückshormone ausschütte. Ich war super froh.
An diesem Tag, an dem ich das Stück zum ersten Mal fehlerfrei hingekriegt hatte, war ich so stolz.
So motiviert sich Alfons etwas Neues zu lernen
SWR1: War das die Motivation in dieser Zeit?
Alfons: Eigentlich wollte ich das seit Langem und dachte, das wird nie klappen. Die Motivation war, etwas Neues mit Rhythmus zu lernen. Ich bin schlecht mit Rhythmus, als Kabarettist ist das aber extrem wichtig – das hat auch mit Rhythmus zu tun. Ich habe gedacht, immer wenn ich Dinge lerne, die ich auf einem anderen Kanal anwenden kann, finde ich das immer gut.
Ein Beispiel: Ich war früher festangestellt und wusste, ich muss irgendwann kündigen. Das wäre wichtig. Aber ich hatte wirklich Angst davor. Ich habe extreme Höhenangst und ging in den Ferien Bergsteigen gegen meine Höhenangst. Das war eine wichtige Entscheidung. Das hat Spaß, aber auch Angst gemacht. Dann kam ich zurück und habe gekündigt – das war überhaupt kein Problem mehr.
Der Transfer – die Angst zu bekämpfen und die Erfahrung woanders zu nutzen, mache ich gerne. Ich habe gesehen, wenn Du Schlagzeug lernst, wirst Du auch für Dein Leben andere Rhythmen finden.
Tipps für den Start etwas Neues zu lernen
SWR1: Gibt es eine Strategie, um etwas Neues zu lernen und es leichter anzugehen?
Alfons: Ein Tipp wäre, mach das, worauf Du wirklich Lust hast. Spüre wirklich, das bin ich und das will ich – darauf habe ich wirklich Lust. Der zweite Tipp wäre: Bleib am Ball! Nichts ist einfach. Am Ball bleiben ist das Einzige, was man Talent nennen kann.