Kurz nach Schichtbeginn sah er einen Unfallwagen vor sich auf der Bahnstrecke, der auf dem Dach lag und brannte. Er hätte weiterfahren und die Feuerwehr informieren können. Aber er entschied sich zu helfen. Mitten auf freier Strecke stoppte er seine Bahn, schnappte sich einen Feuerlöscher und begann zu löschen - ohne über die Gefahren für sich selbst nachzudenken. Im Fahrzeug befanden sich drei Menschen. Tobias Zimmermann hat mit diesem Einsatz Leben gerettet. Für sein mutiges Handeln wurde er nun mit dem Landesehrenpreis "BWeger 2025" ausgezeichnet. Im Interview erzählt er, wie er den Unfall erlebt hat und warum für ihn Helfen selbstverständlich ist.
Busfahrer Mustafa Özyakan aus Tamm ist für seine Zivilcourage ausgezeichnet worden
Mustafa Özyakan erlebt einen Albtraum-Moment auf seiner Route mit der Linie 425 durch Ludwigsburg: Er sieht ein etwa eineinhalbjähriges Kleinkind allein zwischen zwei parkenden Autos stehen. Der Vater von zwei Kindern hält sofort an, öffnet die Bustüren und stoppt die vorbeifahrenden Autos. Vorsichtig bringt er das Mädchen in Sicherheit. Er sieht eine offene Haustür und dort übergibt er der in Tränen aufgelösten Mutter ihre Tochter. Das Schöne für Mustafa Özyakan: Alle Fahrgäste und auch die Autofahrer haben trotz Stau applaudiert. Anderen zu helfen ist für ihn selbstverständlich. Im Landesschau-Studio erzählt er von diesem Erlebnis und wie stolz ihn die Auszeichnung für seine Zivilcourage macht.
Mutter auf Abruf Ruth Schwarz arbeitet als Bereitschaftspflegemutter
Seit über 20 Jahren ist Ruth Schwarz aus Winterbach Bereitschaftspflegemutter. Besonders häufig kümmert sich die gelernte Hebamme um Neugeborene und Säuglinge. Insgesamt hat sie schon 34 Kinder bei sich aufgenommen. Oft kommen diese aus schwierigen Familienverhältnissen. Für Ruth bedeutet das, immer wieder ihr Herz zu öffnen sowie Abschied zu nehmen.
Zwischen Gesundheit und Krankheit Achim Speck kam vom Übergewicht in die Magersucht
Achim Speck aus Geisingen an der Donau wog mit 18 Jahren über 130 Kilo und wollte abnehmen. Nach ersten Erfolgen packte ihn der Ehrgeiz. Er entdeckte den Laufsport für sich und wollte immer schneller und schlanker werden. Am Ende verlor er nicht nur das Gefühl dafür, was gesund ist, sondern wog nur noch 36 Kilogramm bei einer Größe von 1,80 Meter. In letzter Minute wurde er gerettet. Eine Therapie half ihm, seine Balance zu finden. Inzwischen kann er normal essen und wieder Sport machen.
Beruflicher Traum erfüllt Michael Gries ist Physiotherapeut mit Sehbehinderung
Michael Gries aus Backnang hat eine Sehbehinderung. Trotzdem hat er seinen Traumberuf erlernt und führt heute seine eigene Praxis für Physiotherapie. Eine Erbkrankheit raubte ihm seit dem siebten Lebensjahr kontinuierlich die Sehfähigkeit. Er sieht seine Einschränkung im Beruf dennoch teilweise als Vorteil, denn er kann mit seinen Händen „sehen“.