Gemeinsam haben sie in diesem Sommer eine besondere Aktion gestartet, die Leben retten soll: Kinder (bis 14 Jahre) zahlen nur 10 Cent Eintritt im Freibad und können an kostenlosen Schwimmkursen teilnehmen.
Für 10 Cent ins Freibad
SWR1: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, die Eintrittspreise für die "bis 14-Jährigen" auf 10 Cent zu senken? Das ist jetzt auch nicht so alltäglich.
Andreas Müller: Ja, das kann schon sein. Den Medienberichten zufolge haben wir Riesenprobleme im Bereich der Nichtschwimmer und gerade bei den Kindern, die nicht mehr schwimmen können. 2023 war das Jahr gewesen, wo die meisten Kinder ertrunken sind. Das kann man zur Kenntnis nehmen und es abhaken. Oder man macht sich Gedanken und versucht dann dagegen zu steuern.
SWR1: Und das haben Sie gemacht …
Müller: Ja, das haben wir gemacht. Da muss ich auch einen großen Dank sagen an den Verbandsgemeinderat, die mich da unterstützt haben. Wir haben gesagt, wir möchten den Kindern freien Eintritt gewähren, damit sie ins Schwimmbad gehen können. Und auch die Schwimmkurse bieten wir umsonst an.
10 Cent Eintritt und kostenlose Schwimmkurse
SWR1: Das heißt, die Schwimmkurse soll es tatsächlich auch umsonst geben?
Müller: Ja, das ist so der Fall, weil das eine mit dem anderen verbunden ist. Die Kinder sollen im Schwimmbad nicht nur schwimmen oder planschen, sondern sie sollen dann auch entsprechend Schwimmen lernen.
Wenn es uns gelingt, ein Menschenleben zu retten, dann ist das mit keinem Geld der Welt aufzuwerten.
SWR1: Wie sind die Reaktionen auf diesen 10-Cent-Eintrittspreis und die kostenfreien Schwimmkurse?
Müller: Ja, ich hoffe positiv. Jede Medaille hat ja immer zwei Seiten. Die einen, die das ganz toll finden und die anderen, die sagen, "Die Kinder haben doch genug Geld" und können das doch auch bezahlen. Im Rat haben wir intensiv darüber diskutiert. Letztendlich ist mit großer Mehrheit entschieden worden, dass wir die Schwimmbadpreise auf 10 Cent reduzieren.
10 Cent deswegen, weil das Drehkreuz entsprechend betätigt werden muss und wir sehen müssen, wie viele Leute im Schwimmbad sind. Entsprechend der Aufsicht sind nur eine gewisse Anzahl von Gästen zugelassen.
Statt 10 Cent hätten es auch 0 Cent sein können, aber...
SWR1: Das heißt, wenn das nicht wäre, hätten Sie den Eintritt auch umsonst gemacht?
Müller: Natürlich auch für umsonst. Und wir werden das auch so machen, dass das Kind, das nicht mal 10 Cent hat, kriegt die 10 Cent, kann sie einwerfen und das Drehkreuz öffnet sich. Wenn es uns gelingt, ein Menschenleben zu retten, dann ist das mit keinem Geld der Welt aufzuwerten.