- Warum tun Haustiere gut?
- Im Alter ein Tier aus dem Tierheim nach Hause holen?
- Ältere Tiere, höhere Tierarztkosten
- Worauf sollten besonders ältere Menschen achten, wenn sie ein Haustier möchten?
- Alternativen für Tierliebhaber: Tiere auf ein paar Stunden
Warum tun Haustiere gut?
Gerade Senioren, die allein leben, können sehr von einem Haustier profitieren. Tiere können dabei helfen, Gefühle von Einsamkeit und Isolation zu verringern. Andersherum geben sie "ihren" Menschen eine Aufgabe. Studien haben ergeben, dass Haustiere generell eine positive Wirkung auf die körperliche und mentale Gesundheit ihrer Halter haben.
Durch das Streicheln eines Hundes oder einer Katze und die Zuneigung des Tieres werden vom Körper Glückshormone produziert, die das Wohlbefinden fördern. Außerdem haben Haustiere auch eine beruhigende Wirkung auf Menschen. Tiere spenden zudem Trost und sind gute Zuhörer.
Wer einen Hund hat, mit dem er täglich spazieren geht, der bleibt aktiv, kommt mit anderen Menschen oder anderen Hundebesitzern leichter ins Gespräch. Ein Hund fördert somit die sozialen Kontakte mit anderen Menschen.
Im Alter ein Tier aus dem Tierheim nach Hause holen?
In den Tierheimen warten viele Hunde und Katzen auf ein neues Zuhause. Doch ältere Senioren machen häufig die Erfahrung, dass sie nur ältere Tiere angeboten bekommen, obwohl sie vielleicht lieber ein jüngeres Tier hätten.
Tierheimleiterin Christina Wagner aus Mayen im Landkreis Mayen-Koblenz muss sie dann enttäuschen: "Manche sind wirklich vernünftig, die sagen, ich bin selbst schon älter, ich such auch was Älteres. Und andere, die wiederum sagen, wir hätten gerne einen Welpen oder ein Katzenkind."
Auch in den Tierheimen in Koblenz, Stuttgart oder Karlsruhe sieht man das so. Es muss für sie einfach passen, wenn sie ein Tier vermitteln.
"Es gibt so manchen fitten 70-Jährigen, dem traue ich auch durchaus noch einen jüngeren Hund zu. Und es gibt jüngere Menschen, die körperlich nicht in der Lage sind, jüngeren Tieren gerecht zu werden. Also es kommt auf die geistige und körperliche Fitness an", sagt Tierheimleiterin Christina Wagner.
Martina Metzer aus Kottenheim (Landkreis Mayen-Koblenz) und ihr Lebensgefährte sind 65 Jahre alt und Rentner. Beide sind noch sehr fit und durften sich deshalb den neun Monate alten Mischlingsrüden Samy aus dem Tierheim Mayen nachhause holen.
"Wenn einer ins Krankenhaus muss, dann ist ja immer noch einer da, der sich um das Tier kümmert", sagt Martina Metzer.
Ich finde es äußerst wichtig, dass man im Alter fit bleibt. Das kann man am besten, wenn man einen Hund hat.
SWR4 Tierarzt Ralph Schuh, stimmt zu, dass das Alter ein entscheidender Faktor ist. "Wenn Tierheime Tiere an ältere Menschen abgeben, müssen sie genau überlegen: Ist das etwas Langfristiges? Wie kann das Tier versorgt werden? Da hängen ganz viele Faktoren dran. Die müssen geprüft werden und daraufhin eine Entscheidung getroffen werden."
Ältere Tiere, höhere Tierarztkosten
Doch ältere Tiere müssen häufiger zum Tierarzt als jüngere. Die Anschaffung eines älteren Tiers ist daher kostspieliger für Rentner. Neben Anschaffungskosten, der Erstausstattung kommen noch Tierarztkosten dazu. Allein OP-Kosten für Hunde und Katzen liegen schnell im dreistelligen Bereich.
"Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass es kurzfristig zu Erkrankungen kommt, wesentlich höher. Man muss einen Blick auf das Konto, auf das Einkommen, die Rente und Nebenverdienste haben und schauen, ob man sich so ein Tier leisten kann. Die Tierarztkosten sind deutlich gestiegen in den letzten Jahren. Mit Blick darauf kann man eventuell eine Versicherung abschließen", rät der Tierarzt.
Worauf sollten besonders ältere Menschen achten, wenn sie ein Haustier möchten?
Die Haltung eines Haustieres habe Grenzen: Es komme auf die persönliche Gesundheit und wirtschaftlichen Situation an und darauf, wie viel Energie man in eine Tierhaltung stecken könne, meint Ralph Schuh.
Der Tierarzt weist darauf hin, dass es unterschiedliche Tiertypen gibt. Tierhalter und Tier müssten zusammenpassen.
Brigitte Buhl aus Polch ist 82 Jahre alt. Als ihr Hund starb, wollte sie unbedingt wieder ein Tier. "Ich konnte nicht mehr so viel und so weit gehen. Das kann ich keinem Hund antun. Da hab ich gedacht, wenigstens eine Katze möchte ich wieder haben." Und dann ist der vierjährige Kater Buddy bei ihr eingezogen.
Wer einem Hund im Alter nicht mehr gerecht werden kann, der sollte überlegen, ob er sich nicht ein anderes Haustier zulegen will. Also etwa eine Katze, wie im eben genannten Beispiel oder Vögel oder Fische in einem Aquarium.
Selbst wann man als älterer Mensch aktuell noch fit ist und sich selbst versorgen kann, sollte man im Blick haben, dass sich das in Zukunft ändern kann.
Deshalb sollte man bei der Anschaffung eines Tieres beachten, dass eine Katze je nach Rasse bis zu 20 Jahre alt werden kann. Bei Hunden sind es bis zu 15 Jahre, je nach Lebensumständen und Rasse. Zwergkaninchen haben eine Lebenserwartung von acht bis zehn Jahren. Wellensittiche können in Käfighaltung fünf bis zehn Jahre alt werden.
Alternativen für Tierliebhaber: Tiere auf ein paar Stunden
Wer Tiere liebt, aber sich trotzdem keins zulegen kann oder will, der könnte mal darüber nachdenken, sich zeitweise um Hunde oder Katzen aus dem Tierheim zu kümmern.
Tierheime suchen häufig ehrenamtliche Hundeausführer oder Menschen, die die Katzen streicheln und mit ihnen spielen. Von diesem Modell profitieren Tiere und Senioren. Ältere Menschen kümmern sich eben nur zeitweise um die Tiere und sie müssen so nicht langfristig die gesamte Verantwortung für ein Tier übernehmen. In einigen Städten gibt es auch die Möglichkeit von Dogsharing. Hier kümmert man sich stundenweise auf privater Basis um das Tier eines anderen.