Auch in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz steht die nächste Hitzewelle bevor. Sie trifft auf eine ausgedörrte Vegetation und die Gefahr steigt, dass auch hierzulande Waldbrände ausbrechen können.
Liveblog zur Hitze in Baden-Württemberg ++ Sonnenschein bringt Hitze am Samstag ++ Gemeinden warnen vor Wasserknappheit ++ Landstraße wegen Hitze gesperrt ++
Nach einem leichten Rückgang kommt die Hitze am Wochenende zurück. Der fehlende Regen macht sich vielerorts bemerkbar. Alle Hintergründe im Liveblog.
Gefahrenlage im Südwesten teils hoch
Die Waldbrandgefahrenkarte des Deutschen Wetterdienstes ist in Baden-Württemberg zur Wochenmitte mindestens rot eingefärbt - das entspricht Gefahrenstufe 4 von 5. Am kommenden Freitag, 31. Juli, zeigt die Karte für einzelne Regionen ein tiefes Rot für Stufe 5 - das entspricht der höchsten Gefahrenstufe. Das betrifft etwa die Region rund um Mannheim und Ludwigshafen oder den westlichen Schwarzwald.
In Rheinland-Pfalz sieht es ganz ähnlich aus, da färbt sich die Karte am Mittwoch, 29. Juli, für große Teile des Landes Rot (Waldbrandgefahren-Stufe 4 von 5), am kommenden Freitag, 31. Juli, kommt dann für einen kleinen Teil der Südpfalz ein tiefes Rot dazu, für die höchste Gefahrenstufe. Die Forstämter sind bereits dabei, die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren. Ab Gefahrenstufe 4 können die Behörden auch Waldgebiete sperren.
Massive Waldbrände im Südwesten eher unwahrscheinlich
In Frankreich brennen kilometerweit Pinienwälder, in Spanien ist es verbuschtes, trockenes Land. Zwar gibt es auch in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Flächen mit Nadelbaum-Reinkulturen, die durch die Nadeln und das ätherische Öl leichter brennen - etwa im Schwarzwald und in der Eifel. Grundsätzlich sind die Wälder im Südwesten aber gut durchmischt - mit Buchen, Eichen, Kiefern oder Fichten.
Großflächige Brände sind bei uns eher unwahrscheinlich, allerdings auch nicht ausgeschlossen. Kirsten Thonicke, Geowissenschaftlerin am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, sagt: "Bei extremer Trockenheit kann alles brennen." Deshalb solle sich auch der Südwesten nicht in Sicherheit wiegen. In Zeiten der Erderwärmung seien Dinge möglich, die bislang undenkbar waren.
Mit den Mischwäldern ist der Südwesten zwar gut aufgestellt, aber - das sagen auch die Forstämter - mit erhöhtem Risiko ist es wichtig, umso achtsamer zu sein. Denn verantwortlich für Brände ist in den meisten Fällen der Mensch - durch Grillfeuer oder weggeworfene Zigarettenkippen. Und Menschen melden auch die meisten Brände.
Vorsorge vor Waldbränden im Südwesten
Neben dem Pflanzen weiterer Baumarten innerhalb von Nadelholzwäldern ist ein Wasserrückhalt wichtig für die Waldbrand-Prävention: Dafür werden Versickerungsanlagen entlang der Wege angelegt oder abgestorbene Bäume als Totholz im Wald gelassen. Diese speichern Feuchtigkeit und mildern Dürre ab.
Im Ernstfall muss ein ausgebrochenes Feuer schnell eingedämmt werden - zum Beispiel, indem eine Schneise angelegt wird. Dafür gibt es gemeinsame Übungen von Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk.
In der Regel ist die Feuerwehr im Ernstfall innerhalb von 15 Minuten am Einsatzort, auch weil das Wegenetz recht dicht ist in den Wäldern im Südwesten. Die Forstämter stellen den Feuerwehren außerdem Karten bereit, an welchen Stellen sie Löschwasser entnehmen können.