Eine Woche nach dem großen Brand riecht es im Wald oberhalb von Kronweiler noch immer nach Asche. Von manchen Bäumen sind nur noch verkohlte Gerippe übrig. Ein verbranntes Getreidefeld erinnert an eine Vulkanlandschaft.
Björn Symanzik von der Feuerwehr Oberbrombach war einer der vier ersten Einsatzkräfte vor Ort: "Das hat mich im ersten Moment erschreckt. So einen großen Waldbrand hab ich auch noch nicht gesehen. Das war eine andere Hausnummer."
Ein defektes Rallye-Fahrzeug hatte den Brand offenbar ausgelöst, der sich wegen der Hitze und dem starkem Wind rasend schnell ausbreiten konnte. Symanzik und seine Kameraden waren fast zwei Tage lang im Einsatz, um Schlimmeres zu verhindern: "Und das geht schon an die Substanz, wenn du nicht genug schläfst. Die Erholungsphasen sind sehr wichtig."
Brandserien rund um Birkenfeld und Baumholder
Doch viel Zeit zur Erholung blieb den Feuerwehrleuten nicht. Denn schon am Tag darauf wurden sie wieder alarmiert. Insgesamt fünfmal mussten jeweils rund 30 Einsatzkräfte zu Bränden rund um den Birkenfelder Stadtteil Feckweiler ausrücken - alle am selben Wochenende.
Drei der Feuer waren dicht beieinander ausgebrochen und das fast gleichzeitig. "Ich glaube nicht, dass das Zufall war", sagt der Birkenfelder Wehrleiter Lars Benzel. Parallel hält auch die Einsatzkräfte in der Nachbar-Verbandsgemeinde Baumholder eine Serie von Bränden auf Trab. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.
Wehrleiter: "Hatten durchgespielt, Orte zu evakuieren"
Gerade nach den Erfahrungen in Reichenbach kann der Wehrleiter darüber nur den Kopf schütteln: "Da fehlt mir jegliches Verständnis." Denn er weiß nur allzu gut, dass aus einem kleinen Zündeln bei Hitze, Trockenheit und starkem Wind schnell ein gefährlicher Brand werden kann. Auch achtlos weggeworfene Zigarettenkippen hätten schon so manches Feuer verursacht.
"Wir hatten in Reichenbach Glück, dass sich der Wind gedreht hat", meint Benzel: "Wir haben schon durchgespielt, wie wir Reichenbach oder Kronweiler evakuieren lassen, falls wir die Flanke nicht halten können." Doch die Flanke hielt durch einen Kraftakt der freiwilligen Löschtruppen, wie Benzel sagt: "Es war eine enorme Belastung."
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Feuerwehrleute denken nicht ans Aufhören
Eine Belastung, die auch in Zukunft nicht weniger wird. Durch den Klimawandel wird es im Sommer wohl noch häufiger zu extremer Trockenheit und Hitze kommen. Und dann kommen noch Brandstiftungen hinzu. Denkt da nicht der ein oder andere daran, das Ehrenamt an den Nagel zu hängen?
Lars Benzel sind keine solchen Fälle bekannt, sagt er. Und das ist am Ende dann vielleicht die gute Nachricht: "Es ist klar, dass einige Kameraden übermüdet sind. Aber wir stehen für das Ehrenamt und für uns ist es selbstverständlich, dass wir dafür über Grenzen gehen."