Expertenanhörung, Rücktrittsforderungen, fehlendes Vertrauen - die Debatte um die Probebühnen des Theaters hat den Trierer Stadtrat an seine Grenzen gebracht.
Jetzt ist der Weg jedoch frei: Mit deutlicher Mehrheit stimmten die Ratsmitglieder dafür, Flächen im Energie- und Technikpark in Trier-Kürenz anzumieten. Das Ergebnis: 45 Ja-Stimmen, vier Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen.
Probebühnen zugestimmt - Beigeschmack bleibt
In der Debatte ging es vor allem um Kritik am bisherigen Ablauf. Insbesondere CDU, FDP und Grüne bemängelten, dass der Stadtrat zu spät informiert und erst einbezogen worden sei, als zentrale Entscheidungen praktisch schon feststanden.
Es ist eine verantwortungsvolle und alternativlose Entscheidung.
CDU-Fraktionschef Thomas Marx sprach von "Verfahrensversäumnissen" und forderte für die Zukunft mehr Transparenz sowie eine frühere Beteiligung des Rates. Trotzdem bezeichnete die CDU die Zustimmung als "verantwortungsvolle und alternativlose Entscheidung".
Auch die Grünen betonten, dass es wichtig und richtig gewesen sei, die Fehler im Prozess aufzuarbeiten. Jetzt müsse die Debatte aber auch abgeschlossen werden: "Wir müssen nach vorne schauen, um weiteren Schaden zu vermeiden", sagte Fraktionsmitglied Wolf Buchmann.
Für die FDP standen erneut die Kosten des Projekts im Vordergrund. Fraktionsvorsitzender Tobias Schneider bezeichnete die Sanierung des Theaters und den Bau der Probebühnen als "Luxusprojekt". Für ihn ist es "in keinem Fall eine gute Entscheidung".
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SPD verteidigt Oberbürgermeister
Die SPD zeigte sich enttäuscht über den Verlauf der Debatte und das aus ihrer Sicht fehlende Vertrauen der Ratsmitglieder in den Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD).
Wir standen und stehen weiterhin hinter dem Projekt.
Kritik an Verwaltung und Verfahren wies die SPD weitgehend zurück. "Wir standen und stehen weiterhin hinter dem Projekt", betonte SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Schleimer. Er sieht den Stadtrat jetzt in der Verantwortung, das Projekt schnell voranzutreiben und die entsprechenden Voraussetzungen für das Theater Trier zu schaffen.
Stadtrat macht Weg für Trierer Probebühnen frei
Trotz all der Kritik unterstützten CDU, FDP, Grüne und weitere Fraktionen die Anmietung. Einigkeit herrschte darüber, dass das Theater dringend neue Probemöglichkeiten benötigt und weitere Verzögerungen durch politische Diskussionen vermieden werden sollten.
Applaus nach Entscheidung zu Probebühnen
Nach der Abstimmung zeigte sich der Stadtrat erleichtert, es gab Applaus.
Selten wurde ein Projekt so durchleuchtet wie dieses. Das ist okay für mich, das ist Demokratie - das muss sie aushalten.
In seinen abschließenden Worten wurde Oberbürgermeister Leibe dennoch deutlich: "Selten wurde ein Projekt so durchleuchtet wie dieses. Das ist okay für mich, das ist Demokratie - das muss sie aushalten."
Er entschuldigte sich dafür, dass ein Beschluss des Stadtrats gefehlt habe und bezeichnete dies als Versäumnis im Zusammenhang mit der Corona-Zeit.
Gleichzeitig warb er für mehr Zusammenarbeit und Fairness in der künftigen politischen Arbeit. Er verwies darauf, dass vor allem die Mitarbeitenden des Theaters unter der langen Debatte gelitten hätten. Für die Zukunft sei es wichtig, das Vertrauen wieder aufzubauen.
Wie geht es weiter mit den Probebühnen?
Wie hoch die Mietkosten konkret werden, ist aktuell noch nicht klar. Kulturdezernent Markus Nöhl (SPD) erklärte, er befinde sich bereits in Verhandlungen mit den Stadtwerken Trier. Diese seien bereit, der Stadt preislich entgegenzukommen.
Eine verbindliche Vereinbarung könne jedoch erst getroffen werden, wenn die Probebühnen fertig gebaut sind.