Vor dem Rathaus von Ramstein-Miesenbach steht ein dunkler Van. Darauf in bunter Schrift "Gesundheit für alle". Davor sind verschiedene Stehtische aufgebaut und ein Pavillon. Es gibt Kaffee oder Tee und ganz viele Informationen. Und zwar rund um die Probleme, die Menschen zu schaffen machen können.
Mitarbeiter des Beratungsmobils geben Orientierung
Die Mitarbeiter des psychosozialen Beratungsmobils hören den Menschen zu und geben ihnen Tipps, wo sie in ihrer Region für ihr spezielles Problem Hilfe finden können, erklärt Martina Gabrian. Sie arbeitet bei der Landeszentrale für Gesundheitsförderung und betreut das Projekt "Gesundheit für alle" zu dem auch das Beratungsmobil gehört. "Wir geben eine Erstberatung und verweisen die Menschen dann an die passenden Stellen", sagt Gabrian. Denn: es gebe vor Ort zwar meistens sehr viele Hilfsmöglichkeiten, von Selbsthilfegruppen, über Beratungsstellen bis hin zum sozialpsychiatrischen Dienst, aber die Orientierung sei in dem komplexen System oft schwierig.
Anonyme und kostenlose Beratung in der Westpfalz
Oft hätten Menschen auch Hemmungen sich an eine Hilfeeinrichtung zu wenden, sagt Sigrid Katschinski vom Gesundheitsamt von Stadt und Kreis Kaiserslautern. "Mit dem Beratungsmobil wollen wir die Menschen niederschwellig und vor allem frühzeitig erreichen", sagt Katschinski. "Und nicht erst, wenn es beispielsweise aufgrund von psychischen Problemen zu Polizeieinsätzen gekommen ist."
Prävention und Information in Landstuhl und Ramstein-Miesenbach
Und das mache das Beratungsmobil aus. Hier könnten die Leute ungezwungen vorbeischauen, anonym mit den Beratern sprechen und sich informieren. Auf diese Weise müssten die Menschen nicht selbst den Weg ins Gesundheitsamt auf sich nehmen. Das sei ein großer Vorteil, ist sich Sigrid Katschinski sicher. Und was viele Menschen auch nicht wüssten: Sämtliche Hilfsangebote vom Gesundheitsamt und vom sozialpsychiatrischen Dienst seien kostenfrei und auf freiwilliger Basis.
Beratungsmobil war 2025 zum ersten Mal unterwegs
Die Idee zum Beratungsmobil ist von den Gesundheitsämtern und sozialpsychiatrischen Diensten gekommen. Martina Gabrian erklärt, dass es den Wunsch gegeben habe, die Hilfe zu den Menschen zu bringen. Denn in Rheinland-Pfalz sind in vielen Regionen die Wege bis zum nächsten Gesundheitsamt weit. Im vergangenen Jahr war das psychosoziale Beratungsmobil dann zum ersten Mal unterwegs. Im Landkreis Südliche Weinstraße sei das Angebot gut angenommen worden, so Gabrian.
In den kleinen Orten haben schon Leute hinter der Gardine geschaut, wer sich denn in das Beratungsmobil hineinsetzt.
Das habe sie bestätigt, das Modellprojekt fortzuführen. Im vergangenen Jahr sei das Beratungsmobil in Orten mit unter 1.000 Einwohnern unterwegs gewesen. Das habe sich als nicht ganz ideal herausgestellt, erklärt Martina Gabrian. Denn "dort haben schon Leute hinter der Gardine geschaut, wer sich denn in das Beratungsmobil hineinsetzt." Daher seien sie in diesem Jahr bewusst in den Kleinstädten Ramstein-Miesenbach und Landstuhl unterwegs, da dort die Anonymität besser gewährleistet werden könne.
Das Beratungsmobil steht zweimal in Ramstein und Landstuhl
An jedem Standort macht das Beratungsmobil zweimal Station. Das habe den Hintergrund, dass es bei den Menschen natürlich auch Berührungsängste gebe. "Wir geben damit die Möglichkeit, das Angebot beim ersten Termin aus der Ferne zu betrachten", erläutert Martina Gabrian. Auf diese Weise hätten die Menschen die Möglichkeit, in der Folgewoche dann die Mitarbeiter tatsächlich anzusprechen.
Beratungsmobil auch 2027 im Kreis Kaiserslautern
Sigrid Katschinski vom Gesundheitsamt Kaiserslautern ist begeistert von dem Angebot und den Möglichkeiten des Beratungsmobils. Daher hat sie schon jetzt angekündigt, dass das Beratungsmobil auch im kommenden Jahr wieder im Kreis Kaiserslautern unterwegs sein wird.