Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland, kurz BIP, ist den vergangenen Quartalen wieder leicht gewachsen - doch damit könnte jetzt Schluss sein: Wegen der Einschränkungen in der Binnenschifffahrt.
Kein Wirtschaftswachstum wegen Niedrigwassers?
Das IW warnt angesichts des Niedrigwassers vor einem Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozentpunkte. Nach aktuellen Prognosen würde das bedeuten, dass das BIP gar nicht wächst oder sogar schrumpft.
IW-Experte Thilo Schaefer erklärte in der "Bild", ein längerer Ausfall der Schifffahrt auf dem Rhein könne das Wachstum im Land komplett ersticken. Der Grund: ohne Schifffahrt können deutlich weniger Waren transportiert werden, Betriebe müssen deshalb ihre Produktion drosseln. Darunter leiden vor allem Raffinerien sowie die Chemie- und Stahlindustrie.
Auch Verbraucherpreise könnten steigen
Binnenschiffe können aktuell nur noch ein Drittel bis die Hälfte der üblichen Ladung transportieren. Das bedeutet, dass sich die Frachtkosten auf einzelnen Verbindungen verdrei- bis vervierfacht haben - Kosten wegen Verzögerungen und Umplanungen noch nicht eingerechnet. Betroffen sind Experten zufolge vor allem Branchen, die auf große Mengen an Rohstoffen und Vorprodukten angewiesen sind - etwa Chemie, Stahl und Mineralöl.
Schaefer hält es für möglich, dass sich auch Verbraucher auf höhere Preise einstellen müssen - etwa bei Baustoffen und Energieprodukten. Der Geschäftsführer des Tankstellenverbands ZTG, Jürgen Ziegner, warnte jüngst im "Handelsblatt" vor möglichen Engpässen in der Spritversorgung, sollten Wasserstände des Rheins an wichtigen Stellen weiter sinken. Dann könnten auch die Preise an den Tankstellen steigen.