Bundesweit zählt der NABU rund 15.000 Weißstorch-Brutpaare und sieht darin einen "guten Erhaltungszustand". In Rheinland-Pfalz scheinen sie sich ebenfalls sehr wohlzufühlen, so zum Beispiel in Bornheim in der Südpfalz, wie Bernd Petri von der NABU-Bundesarbeitsgruppe "Weißstorch" im Interview berichtet.
NABU rechnet mit knapp 800 Weißstorch-Brutpaaren in Rheinland-Pfalz
SWR1: Haben Sie in Rheinland-Pfalz gezählt, wie viele Störche unterwegs sind?
Bernd Petri: Ganz aktuell ist der Himmel über Rheinland-Pfalz voll. Gerade der Oberrheingraben, da segeln die Störche. Die Jungstörche sind ausgeflogen und Bornheim [...], das ist sowas wie die Hauptstadt der Störche in Rheinland-Pfalz.
Es ist einfach ganz fantastisch, wie sich der Storchenbestand erholt hat. Wir gehen davon aus, dass dieses Jahr knapp 800 Brutpaare in Rheinland-Pfalz sind. Das ist eine neue Rekordzahl auch für Rheinland-Pfalz. In ganz Deutschland haben die Storchenbestände zugenommen. Das ist eine tolle Erfolgsgeschichte.
Störche überwintern jetzt auch in Rheinland-Pfalz
SWR1: Warum fühlen sich Störche bei uns, auch in Rheinland-Pfalz, auf einmal wieder so wohl?
Petri: Es liegt einfach daran, dass die Störche die Zugwege verkürzt haben. Die fliegen im Winter nicht mehr so gefährlich nach Afrika. Da gab es immer viele Verluste in der Sahara oder auch im Mittelmeer.
Mittlerweile können die sich verköstigen auf Deponien, auch in Spanien oder sogar in Frankreich. Und einige der Störche überwintern sogar in Rheinland-Pfalz oder in Hessen am Oberrheingraben.
Man kann überhaupt sagen, dass der Oberrheingraben zwischen Basel und Mainz der neue Hotspot der Störche in Deutschland ist. Da wird am allermeisten geklappert.
NABU: Raum Kusel ist eine "Storchenhochburg"
SWR1: Die fliegen nur noch Kurzstrecke im Moment.
Petri: Ja, und jetzt können wir uns freuen, dass so viele Störche bei uns zu Hause sind. [...] Gerade auch im Raum Kusel. Das ist nicht direkt am Rhein, da haben wir auch eine Storchenhochburg. Birkenfeld, da kommen Störche vor, dann Südliche Weinstraße, habe ich schon erwähnt. Am Rhein mehr oder weniger dann sehr viele Brutpaare. Germersheim, das ist auch ein Landkreis mit ganz, ganz vielen Weißstorch-Brutpaaren.
Im Grunde ist jetzt mittlerweile überall in Rheinland-Pfalz der Storch zu Hause. Mayen-Koblenz gibt es Brutpaare, im Westerwaldkreis gibt es sogar Brutpaare. Also Rheinland-Pfalz kann sich freuen.
Im Grunde ist jetzt mittlerweile überall in Rheinland-Pfalz der Storch zu Hause.
Störche kämpfen mit langer Trockenheit
SWR1: Wir haben einen sehr heißen Sommer. Wie gut kommen die Störche damit klar?
Petri: Die Störche kommen auch mit der Hitze klar. Wenn es aber lange trocken ist, sind die Böden nicht so "stocherfähig". Dann gab es am Ende der Brutzeit tatsächlich jetzt eine gewisse Nahrungsknappheit, aber die Störche sind dann doch relativ gut damit klargekommen.
Die futtern Insekten, alle möglichen Großinsekten, Mäuse, alles, was sie finden können; tierische Nahrung. [...] Und was wir jetzt erkennen, ist nach diesen Hitzeperioden, dass die Störche ihre Jungen doch relativ gut großziehen konnten.