Happy End für Hitze-Opfer

Mauersegler gerettet: Wie eine Mainzer Familie "Maui" aufpäppelt

In der Mainzer Neustadt ist ein kleiner Mauersegler aus seinem Nest gefallen. Eine Familie hat ihn gerettet und kümmert sich nun liebevoll um das erschöpfte Tier.

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Von Autor/in Luca Sumfleth

Als Constanze Santarossa Ende Juni vor ihrer Haustür in der Mainzer Neustadt einen kleinen Vogel entdeckte, ahnte sie noch nicht, dass er sie noch Wochen begleiten würde: "Ich wusste nicht so ganz, was das war und hab es auch erstmal dort gelassen, weil ich gedacht habe, die Mama würde noch vorbeikommen."

Noch will der gerettete Mauersegler seine neue Familie in Mainz nicht verlassen.
Constanze Santarossa mit "Maui". Luca Sumfleth

Vor der Hitze aus dem Nest gesprungen

Es war einer der extrem heißen Tage und der kleine Vogel hatte sich in den Schatten geflüchtet. Wie viele Jungvögel war er vermutlich wegen der Hitze aus seinem Nest gesprungen. Constanze stellte ihm zunächst etwas Wasser hin und wartete ab. Später nahm sie den kleinen Mauersegler, den sie inzwischen "Maui" nennt, mit zum Tierarzt - aus Angst, dass er sterben könnte.

Hitzewelle: Tierheime am Limit

Weil es in der Praxis aber keinen Arzt gab, der sich mit Vögeln auskennt, versuchte sie es bei Tierheimen. Doch wegen der Hitze gibt es in vielen Tierheimen und Auffangstationen momentan einen Aufnahmestopp. Sie bitten deshalb Menschen wie Constanze um Mithilfe. Wer sich bei Fachleuten gut informiere, könne einen Jungvogel selbst aufziehen, so die Botschaft.

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"Maui" wird zum Nachbarschaftsprojekt in Mainz

Also begann Constanze Saragossa zu recherchieren, was "Maui" helfen könnte. Auch ihre Familie und die Nachbarn holte sie mit ins Boot: "Wir haben jeden Abend zusammengesessen und haben unsere Informationen, die wir über den Tag gesammelt haben, zusammengetragen." So entstand rund um den kleinen Vogel ein kleines Nachbarschaftsprojekt.

Übung für den künftigen Beruf: Luisa will Tierärztin werden

Besonderes Glück hatten sie mit ihrer jugendlichem Nachbarin Luisa: Die 13-jährige will Tierärztin werden und hatte sich schon mal um einen Mauersegler gekümmert. "Die hat den Vogel gleich gepackt und hat versucht ihn zu füttern und das war Gold wert", erzählt Constanze.

Eine junge Nachbarin kümmert sich mit den jungen Mauersegler.
Die 13-jährige Nachbarin Luisa füttert Maui besonders gerne. Sie möchte später Tierärztin werden. Luca Sumfleth

Einen kleinen Mauersegler aufzuziehen ist aber gar nicht so einfach - vor allem das Füttern mit kleinen Insekten ist herausfordernd. "Maui" pickt nicht einfach selbst, sondern muss aktiv gefüttert werden: Luisa muss den Schnabel erst öffnen und die Insekten direkt hineinsetzen. Inzwischen macht sie das ziemlich routiniert.

Sommerferien: Schwerer Abschied steht bevor

Mittlerweile geht es "Maui" besser - nur fliegen möchte der kleine Mauersegler noch nicht. Jeden Abend startet die Familie mit ihm einen Flugversuch und hofft, dass er bald losfliegt. Denn Ende der Woche fährt die Familie und auch Nachbarin Luisa in den Urlaub.

Damit der kleine Mauersegler dann nicht allein gelassen wird, hat die Familie aber vorgesorgt. Das Tierheim in Mainz könnte ihn jetzt aufnehmen. Leicht wird der Abschied nach drei Wochen aber so oder so nicht. "Maui" ist der ganzen Familie ans Herz gewachsen.

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Luca Sumfleth
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