Nach der Hitzewelle mit mehr als 40 Grad fühlen sich die aktuellen Temperaturen unter 30 Grad für uns Menschen richtig wohltuend an. Doch für manche Tiere ist nach wie vor keine Entspannung in Sicht.
Mauersegler und Schwalben leiden besonders unter Hitze
Vor allem Mauersegler, aber zum Beispiel auch Schwalben haben während der ungewöhnlich langen Hitzewelle sehr gelitten. Denn diese Vögel bauen ihre Nester gerne direkt unter Hausdächern oder in Mauerspalten - dort war und ist es tagsüber immer noch zu heiß für ihren Nachwuchs. Die Folge: Jungvögel, die reihenweise aus ihren Nestern fallen.
Jungvögel springen aus dem Nest in den Tod
Das Problem hätten sie zwar mittlerweile jeden Sommer, doch momentan sei es besonders schlimm, erzählt Tierpflegerin Julia Rabanus vom Tierheim Wiesbaden. "Bevor die Jungvögel in ihren Nestern verbrennen, springen sie lieber in den Tod", sagt sie. Viele der Tiere würden den Sprung nämlich nicht überleben. Und diejenigen, die es täten, würden verletzt bei ihnen im Tierheim und in anderen Auffangstationen landen.
Hohe Wassertemperaturen Hitzewelle am Rhein: Fische kämpfen ums Überleben, Unternehmen stehen unter Druck
Mit der Hitzewelle wird auch der Rhein immer wärmer. Die Untersuchungsstation in Mainz zeigt aktuell 27,9 Grad Wassertemperatur an. Und das hat Folgen.
Aufnahmestopp in vielen Wildtierstationen
Mittlerweile seien sie leider fast alle überlastet und hätten Aufnahmestopp - zumal in den letzten Jahren immer mehr Wildtierstationen mangels finanzieller Unterstützung hätten schließen müssen, beklagt Rabanus. Das, was ihre Kolleginnen und Kollegen, beispielsweise auch die Ehrenamtlichen in der Mauerseglerklinik in Frankfurt, gerade leisten müssten, sei extrem.
Verletzte und dehydrierte Vogelbabys
Auch die Tierheime in Worms und Mainz berichten derzeit von unzähligen Anfragen: Viele Leute würden verletzte und dehydrierte Vogelbabys vorbeibringen wollen. Allein im Mainzer Tierheim würden sie gerade etwa 60 junge Mauersegler und fast 50 junge Schwalben versorgen, erzählt eine Mitarbeiterin. "Die müssen alle zwei Stunden gefüttert werden."
Vogel gefunden – Was tun?
Sie haben einen kleinen Vogel auf dem Boden entdeckt und fragen sich: Was tun? Wo anrufen? Wir sagen Ihnen, wie Sie dem Jungvogel oder verletzten Tier helfen können.
Tierheime bitten um Mithilfe
Sie wären für jede Hilfe dankbar. Die Leute könnten sich zum Beispiel auch selbst um die angeschlagenen Jungvögel, die sie finden würden, kümmern. Allerdings sei sehr wichtig, dass sie vorher immer zuerst die Fachleute um Rat fragen sollten. Denn bei der Versorgung von Jungvögeln könne man Einiges falsch machen.
"Manche Leute wollen was Gutes tun, flößen den Mauerseglern Wasser ein und dann kriegen wir Vögel mit Wasser in der Lunge gebracht." Dann seien die Überlebenschancen für die Tiere natürlich nur noch sehr gering.
Kampf ums Überleben der jungen Vögel geht weiter
Um das Leben der Jungtiere in ihrer Obhut würden sie weiter kämpfen. "Wir hoffen, dass wir viele schnell wieder aufpäppeln und freilassen können." Die Brutsaison der Mauersegler gehe noch ein bisschen weiter. Und die nächste Hitzewelle werde wohl nicht lange auf sich warten lassen.