Das NABU-Vogelschutzzentrum in Mössingen (Kreis Tübingen) hat einen Aufnahmestopp verhängt. Die Kapazitätsgrenzen seien erreicht. Als Grund nannte der Leiter des Vogelschutzzentrums, Daniel Schmidt-Rothmund, die Hitze der vergangenen Tage. Vielen Jungvögeln sei es in ihren Nestern zu heiß geworden, sagte er dem SWR. Sie seien aus ihren Nestern gesprungen und auf Gehwegen oder in Gärten gelandet. Dort drohe jedoch Gefahr durch Katzen, Marder oder Raubvögel.
Das brachte wahrscheinlich viele Menschen auf die Idee, die Vögel ins Vogelschutzzentrum zu bringen, so der Leiter des Vogelschutzzentrums. Selbst wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerne allen helfen würden - mehr Vögel dürften sie nicht aufnehmen. Das sei eine Vorgabe vom Veterinäramt, so Schmidt-Rothmund.
Gewitter bringen keine Entspannung
Auch wenn die Hitze nun etwas nachlässt, sorge das nicht zwingend für Entspannung im NABU-Vogelschutzzentrum. Gewitter mit Starkregen, Hagel und Windböen könnten die Nester beschädigen oder komplett aus den Bäumen blasen, so der Tierschützer. Hilfreich dagegen sei auf jeden Fall der angekündigte Regen. Denn: "Alle Vögel haben jetzt das gleiche Problem. Die suchen nach Wasser". Viele Gartenbesitzer hätten inzwischen Vogeltränken aufgestellt. "Gott sei Dank", so der Leiter des Mössinger Vogelschutzzentrums.
Tipps vom Experten aus Mössingen
Der Experte hat auch Tipps für Tierfreunde: Wer Jungvögel auf dem Boden findet, solle erstmal gucken, ob nicht bald die Eltern kommen. Die Schreie der Jungen würden die Eltern meist anlocken. Falls die doch nicht kommen, dürfe man die Küken gerne in den Garten oder ins Gebüsch tragen. Vom selbst Aufziehen rät Schmidt-Rothmund ab. Das sei meistens die falsche Entscheidung, da sich die Vögel dann zu sehr an den Menschen gewöhnen würden.