Im August erreicht der Sternschnuppenstrom der Perseiden seinen Höhepunkt. In Rheinland-Pfalz gibt es viele dunkle Orte und Sternwarten, an denen Sie die Leuchtspuren besonders gut sehen können. Und eine weitere gute Nachricht schon einmal vorneweg: Die kommenden Nächte werden laut Wetterkompetenzzentrum der ARD in ganz Rheinland-Pfalz klar, so dass kaum Wolken die Sicht trüben werden.
- Perseiden: Sternschnuppen aus Kometenstaub
- Wetter, Mond - und kurz die Sonnenfinsternis
- So sehen Sie die Sternschnuppen am besten
- Tipps für die Jagd nach Sternschnuppen: Dunkle Orte im Pfälzerwald und in der Eifel
- Perseiden beobachten: Sternwarten und regionale Tipps
Perseiden: Sternschnuppen aus Kometenstaub
Die Perseiden sind ein jährlich wiederkehrender Sternschnuppenstrom. Sie bestehen aus winzigen Staubteilchen, die der Komet 109P/Swift-Tuttle entlang seiner Bahn im All zurückgelassen hat. Die Erde fliegt im Sommer durch diese Staubspur, dabei rasen die Teilchen in die Atmosphäre, verglühen und erscheinen als kurze Lichtstreifen.
Der Komet selbst ist derzeit zu weit entfernt, um sichtbar zu sein, aber seine "Krümel" sorgen jedes Jahr im August für das bekannte Sternschnuppenspektakel.
Wetter, Mond - und kurz die Sonnenfinsternis
Damit die Perseiden gut sichtbar sind, braucht es einen klaren Himmel, wenig Mondlicht und einen möglichst freien Blick. Besonders ergiebig sind die Stunden nach Mitternacht, wenn der Ausstrahlungspunkt im Sternbild Perseus höher steht. In diesem Jahr steht der Mond abends nahe der Sonne und geht vergleichsweise früh unter. Die Nächte werden dadurch dunkler - ein kleiner Bonus für's Sternschnuppenschauen.
Am 12. August 2026, zum Höhepunkt der Perseiden ist über Deutschland in diesem Jahr zudem eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen, auch in Rheinland-Pfalz. Sie beginnt am frühen Abend, der Mond verdeckt dabei einen großen Teil der Sonnenscheibe.
Achtung: Die Sonne darf nur mit einer zertifizierten Sonnenfinsternisbrille beobachtet werden, denn normale Sonnenbrillen bieten keinen ausreichenden Schutz.
So sehen Sie die Sternschnuppen am besten
Die Perseiden gelten als "Sommerklassiker", weil sie sich bequem von der Picknickdecke aus beobachten lassen. Wichtig ist ein dunkler Ort fernab von Straßenlampen und Hausbeleuchtung, am besten eine freie Wiese oder ein höher gelegener Punkt. Legen Sie sich auf den Rücken und lassen Sie den Blick über den Himmel schweifen, statt starr auf eine Stelle zu schauen.
Die Augen brauchen etwa 30 Minuten, um sich vollständig an die Dunkelheit zu gewöhnen. Jeder Blick auf ein helles Handy-Display oder eine starke Taschenlampe stört diesen Prozess. Wenn Licht nötig ist, empfiehlt sich eine Lampe mit roter LED.
FAQ zum besonderen Himmelsereignis Sonnenfinsternis beobachten: Worauf Sie dabei achten sollten
Am Mittwochabend verdunkelt eine Sonnenfinsternis den Himmel über Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Alles zu Zeitpunkt, Aussichtsorten und speziellen Brillen im FAQ.
Auch die Stunden nach Mitternacht bis zum Morgengrauen sind oft besonders ergiebig, deshalb lohnt es sich, etwas Zeit und warme Kleidung einzuplanen. Ferngläser und Teleskope sind für Sternschnuppen ungeeignet, sie zeigen nur einen kleinen Ausschnitt des Himmels. Für die kurzen Leuchtspuren ist der freie Rundumblick mit bloßem Auge die beste "Ausrüstung".
Tipps für die Jagd nach Sternschnuppen: Dunkle Orte im Pfälzerwald und in der Eifel
Für die "Sternschnuppenjagd" gilt die goldene Regel: Je weniger künstliches Licht, desto besser. Besonders geeignet sind Pfälzerwald, Eifel und offene Landschaften in Rheinhessen.
- Im Sternenpark Pfälzerwald wurden besondere Beobachtungsplätze ausgewiesen. Sie liegen auf Höhen und Wiesen mit wenig Streulicht und freiem Horizont - ideal, um den Himmel großflächig zu überblicken.
- Die Kalmit bei Maikammer, höchster Berg des Pfälzerwaldes, ist mit dem Auto gut erreichbar, am Gipfel gibt es einen Parkplatz. Von dort und vom gegenüberliegenden Taubenkopf aus blickt man über Wald und Täler. Der Himmel ist deutlich dunkler als im Rhein-Neckar-Raum.
- Im Nationalpark Eifel, der als internationaler "Dark Sky Park" anerkannt ist, bieten die Dörfer rund um Schalkenmehren und das Observatorium Hoher List sehr dunkle Nächte. Dort gibt es ausgewiesene Sternenbeobachtungsplätze mit freier Sicht, teils mit Infotafeln zur Astronomie.
- In Rheinhessen sorgen weite Felder und nur wenige große Orte für gute Bedingungen. Auf freien Flächen zwischen den Weinbergen ist der Blick zum Himmel oft kaum durch Straßenbeleuchtung gestört.
Zur gezielten Planung empfiehlt sich die Lichtverschmutzungskarte.
Perseiden beobachten: Sternwarten und regionale Tipps
Mehrere Sternwarten in Rheinland-Pfalz nutzen den Perseidenstrom für öffentliche Beobachtungsabende:
- Die Sternwarte Bad Kreuznach lädt zu gemeinsamen Schnuppen-Nächten mit Führung und freier Beobachtung ein.
- Die Sternwarte Zweibrücken öffnet bei klarem Himmel ihre Kuppel. Parallel können Besucher draußen Sternschnuppen zählen und Fragen stellen.
- In Sessenbach im Westerwald betreibt eine private Sternwarte oft eine automatische Kamera, die die Perseiden aufnimmt. Die besten Bilder erscheinen später online.
- Das Observatorium Hoher List in der Eifel verbindet Vorträge zu Meteoren mit Rundgängen durch historische Teleskope und Beobachtungskuppeln.
In der Pfalz empfehlen sich neben Kalmit und Taubenkopf auch die Sickinger Höhe und Wiesen im Pfälzerwald mit freiem Blick nach Osten. Regionen rund um Ludwigshafen oder größere Industrieareale sind weniger geeignet, weil der Himmel dort stark aufgehellt ist.
Im Raum Koblenz gelten erhöhte Punkte am Mittelrhein als gute Standorte. Die Erpeler Ley bietet einen weiten Blick über den Rhein und das Tal, mit relativ wenig direktem Stadtlicht. Auch das Loreley-Plateau ist ein klassischer Aussichtspunkt, von dem aus man den Himmel über dem Rheintal gut im Blick hat.