Der Pfalzmarkt in Mutterstadt appelliert an die Landwirte, keine Gummiringe oder anderen Plastikmüll auf den Feldern liegen zu lassen. Denn im Storchenzentrum Bornheim waren in den vergangenen Wochen 20 Storchenküken verendet, die von ihren Eltern mit Gummiringen gefüttert worden waren.
Storchenzentrum Bornheim appeliert an Bauern Plastik und Gummis auf Pfälzer Äckern werden zu Todesfalle für Störche
Auch in diesem Sommer hat das Storchenzentrum in Bornheim in der Südpfalz große Probleme mit Jungstörchen, die Plastikmüll gefressen haben. In der Regel haben die Tiere keine Überlebenschance.
Störche verwechseln Gummibänder mit Regenwürmern
Die Störche hatten die Gummibänder auf Feldern gesammelt, weil sie sie für Regenwürmer hielten. In den Mägen der Küken verklumpten die Gummis, so dass die Jungstörche keine weitere Nahrung aufnehmen konnten und qualvoll verhungerten.
20.000 Erntehelfer werden geschult
Man habe das Gummiband-Problem erkannt, sagte ein Sprecher des Pfalzmarktes. Die rund 20.000 Erntehelfer, die in der Vorderpfalz arbeiten, werden regelmäßig geschult. Sie sollen gerissene Gummiringe unbedingt einsammeln und auf keinen Fall auf den Äckern liegen lassen.
Gemüse-Käufer akzeptieren nur Gummibänder
Eine Alternative zu Gummiringen gibt es aus Sicht des Pfalzmarktes nicht: Der Verbraucher kaufe Radieschen oder Silberzwiebeln nur, wenn sie mit einem Gummiband zusammengebunden sind. Andere Verpackungsarten, wie zum Beispiel Radieschen in Plastikboxen, akzeptiere er nicht.
Auch der Bauern- und Winzerverband wird aktiv
Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd erklärt, dass es keine andere Möglichkeit gibt, Gemüse zu bündeln. Man bedauere, dass durch Gummi- und Plastikabfall Störche und andere Wildtiere verenden, schrieb der Verband dem SWR.
Der Verband hat mehrfach seine Mitglieder auf das Thema aufmerksam gemacht und aufgefordert, Plastikmüll von den Äckern zu entfernen. Wörtlich schreibt der Verband: "Liegengebliebene Kunststoffreste stellen nicht nur ein Risiko für Wildtiere dar, sondern widersprechen auch einem verantwortungsvollen Umgang mit den landwirtschaftlichen Flächen und der Umwelt."