Dienstagmorgen, 9:30 Uhr. An einer Tankstelle des Pfälzer Energieanbieters Frühmesser in Landau stehen viele Kundinnen und Kunden Schlange, um noch günstig zu tanken.
Denn das ist ab Mittwoch erstmal Geschichte. Weil der Tankrabatt der Bundesregierung ausläuft, könnte der Sprit nach einer Schätzung des ADAC etwa 17 Cent pro Liter teurer werden.
Steigende Spritpreise erwartet Kein Tankrabatt mehr ab heute: Was Autofahrer beachten müssen
Zwei Monate lang hat der Tankrabatt gegolten. Jetzt ist diese Steuerentlastung an der Zapfsäule ausgelaufen. Was sollten Autofahrer beachten und wie geht es weiter?
Bei einigen Kunden liegen die Nerven blank
"Ich würde behaupten, dass wir seit Montag 50 Prozent mehr Kunden haben. Es ist extrem. Normalerweise ist um die Uhrzeit nie so viel los wie jetzt", sagt Tankstellenleiterin Michelle Föhlinger. Schon vor der Eröffnung am Dienstagmorgen um 6 Uhr waren die ersten da, berichtet sie.
Föhlinger stellt fest: Viele Kundinnen und Kunden wirken angespannt. Der Umgangston an der Kasse ist rauer geworden. "Wir haben am Montag auch ein paar Vorfälle gehabt, wo die Leute sehr unfreundlich waren", erklärt sie.
Wir haben auch Hausverbot erteilen müssen.
Bei einigen musste das Tankstellenpersonal schließlich durchgreifen: "Wir haben auch Hausverbot verteilen müssen, weil manche Kunden wirklich total gestresst sind und das leider Gottes am Personal auslassen."
Wegen großen Ansturms: Mehr Mitarbeiter an Landauer Tankstelle
An diesem Dienstagmorgen scheint aber noch alles in Ordnung zu sein. Viele Autofahrerinnen und Autofahrer berichten dem SWR nur, dass sie es eilig haben und wirken eher gestresst als wütend. Die Wartezeit an den Zapfsäulen und an den Kassen ist noch relativ kurz. Weil die Tankstelle vorgesorgt hat.
Föhlinger ist sich nämlich sicher, dass das nicht der letzte Ansturm für Dienstag war. "Ich schätze, dass wir heute über den Tag 500 Kunden mehr als sonst bedienen." Dafür hat sie sich gewappnet und für heute zwei zusätzliche Mitarbeiterinnen eingeplant, damit alles schnell und reibungslos abläuft und kein Kunde länger warten muss.
Viele Kundinnen und Kunden bestätigen dem SWR, dass sie vor der anstehenden Preissteigerung noch schnell günstiger tanken wollen.
Dafür nehmen sie auch in Kauf, außerplanmäßig zu tanken oder ein paar Minuten Schlange zu stehen. Eine Frau mit Kind erklärt: "Gerade in der Elternzeit muss man aufs Geld achten. Deshalb muss man das jetzt noch ausnutzen".
Weniger tanken ist für viele keine Option
In Zukunft weniger zu tanken, ist für viele Kundinnen und Kunden unvorstellbar - auch wenn der Sprit nun teurer wird. Einige berichten, dass sie mit dem Auto zur Arbeit fahren müssen und lange Strecken vor sich haben.
Andere sagen, dass sie in einem Dorf wohnen und die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel dort sei zu schlecht, um ganz aufs Autofahren zu verzichten. "Irgendwie muss man da durch, aber es wird immer schwieriger", sagt ein Mann aus Pirmasens, der im Raum Landau arbeitet: "Wir sind eine Pendlerregion".