Für Sprit, der ab 1. Juli das Tanklager oder die Raffinerie verlässt, gilt wieder der alte, höhere Steuersatz auf Benzin und Diesel.
- Werden die Spritpreise jetzt steigen?
- Wann sollte man vor Ende des Tankrabatts noch einmal tanken?
- Wie fällt das Fazit zum Tankrabatt aus?
- Wie soll es nun weitergehen?
- Was kostete der Tankrabatt den Staat?
- Weiter in Kraft: die 12-Uhr-Regelung
Werden die Preise an der Tankstelle mit dem Ende des Rabatts steigen?
Mit dem Ende des Tankrabatts sei davon auszugehen, dass die Kraftstoffpreise ab Juli wieder um etwa 17 Cent je Liter teurer werden, sagte Mirco Hillmann vom ADAC Mittelrhein auf SWR-Anfrage. Insofern solle man den Tank möglichst nochmal im Juni voll machen, lautete sein Rat. Das Bundeskartellamt warnte am Dienstag die Mineralöl-Branche vor übertriebenen Preissprüngen. Präsident Andreas Mundt sagte in Berlin, man werde entsprechenden Hinweisen konsequent nachgehen.
Sprit wird teurer Rauer Ton und Schlange stehen - so lief der letzte Tag mit Tankrabatt an einer Tankstelle in Landau
Am Dienstag lief der Tankrabatt aus. Viele Autofahrer wollten sich den vergünstigten Sprit sichern. Eine Tankstellenleiterin aus Landau schildert ihre Erfahrungen.
Was ist ein guter Zeitpunkt, um noch einmal billiger zu tanken und lange Schlangen an der Tankstelle zu umgehen?
Ein generell guter Zeitpunkt sei aufgrund der Österreich-Regelung kurz vor 12 Uhr, allerdings solle man auch nicht zu knapp an die Tankstation fahren, da es auch einmal längere Schlangen geben kann, so Hillmann.
Der beste Zeitpunkt zum Tanken angesichts des auslaufenden Tankrabatts war seiner Ansicht nach möglicherweise bereits am Montag, 29. Juni, kurz vor 12 Uhr, also bevor der tägliche deutliche Preissprung erfolgt. Schon am 30. Juni, also noch vor dem Ende des Tankrabatts, könnten die Preise im Durchschnitt ein wenig steigen.
Wie ist das Fazit des ADAC zum Tankrabatt?
Der Tankrabatt hat laut Hillmann zu einer unmittelbaren Entlastung der Autofahrerinnen und Autofahrer in einer Phase besonders hoher Kraftstoffpreise geführt. Auch wenn er nicht vollumfänglich bei den Autofahrerinnen und Autofahrer angekommen sein möge, hätten die Folgen des Irankriegs für die besonders Betroffenen doch etwas abgefedert werden können, so der Sprecher des ADAC Mittelrhein.
Und wie soll es nun weitergehen? Braucht es eine neue Maßnahme der Bundesregierung?
ADAC-Sprecher Mirco Hillmann sieht die Politik auch weiterhin gefordert, über Entlastungen nachzudenken und besonders betroffenen Verbraucherinnen und Verbraucher unter die Arme zu greifen, da sich die Kraftstoffpreise nach wie vor auf einem hohen Niveau befinden. So wäre aus Sicht des ADAC beispielsweise die Erhöhung der Entfernungspauschale ein wichtiges Signal.
Was hat die Aktion Tankrabatt gekostet?
Der Tankrabatt kostet den Bund rund 1,6 Milliarden Euro. Das war die Schätzung des Finanzministeriums. Wie viel die Steuerentlastung am Ende wirklich gekostet hat, wird erst in mehreren Monaten klar sein, heißt es von dort. Die von der Koalition eingesetzte Taskforce begründete das Auslaufen des Tankrabatts auch mit den Kosten.
Die Taskforce der Bundesregierung will die Preisentwicklung nach dem Auslaufen des Tankrabatts genau beobachten. Die Politik habe dem Kartellamt zusätzliche Instrumente an die Hand gegeben, um gegen zu hohe Preise vorzugehen. "Ändert sich die Lage ab dem 1. Juli dramatisch, können wir schnell reagieren", sagte Unions-Fraktionsvize Sepp Müller, der Mitglied der Taskforce ist.
Weiter in Kraft: die 12-Uhr-Regelung an Tankstellen
Seit Anfang April dürfen die Tankstellen zudem die Spritpreise nur noch einmal am Tag mittags um 12 Uhr anheben, Preissenkungen sind aber jederzeit erlaubt.
Die niedrigsten Spritpreise werden laut einer Untersuchung des ADAC jeweils kurz vor der Mittagszeit aufgerufen. Nach zwölf Uhr steigen sie kräftig an, fallen dann kontinuierlich und sinken gegen 17.30 Uhr unter den Tagesdurchschnittspreis. Ab fünf Uhr morgens sinken die Preise dann weiter.
Die Regelung wurde nach Angaben von ADAC-Sprecher Hillmann erlassen, um die Transparenz und die Verbraucherfreundlichkeit bei der Preisgestaltung an den Zapfsäulen zu verbessern. Allerdings falle das Preisniveau insgesamt höher aus als vor Einführung der 12-Uhr-Regel: Die fehlende Flexibilität ließen sich die Mineralölkonzerne teuer bezahlen.