Arbeitstitel "Im Tal"

SWR dreht fiktionale Serie zur Flutkatastrophe im Ahrtal

Die Ereignisse rund um die Flut an der Ahr werden verfilmt, unter anderem in Rech und in Ahrweiler. Der SWR hat in dieser Woche mit den Dreharbeiten im Ahrtal begonnen.

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Drehort ist heute ein Orginalschauplatz im Ahrtal - das Hotel Hohenzollern oberhalb von Ahrweiler. "Silence, s'il vous plaît! Moteur... Ça tourne... Action !" - "Ruhe bitte, Ton, Kamera läuft, und bitte", heißt es am Set für die ARD-Serie über die Ahr-Flut. Vieles Kommandos kommen sogar auf Französisch. Die Mitarbeiter des Teams stammen aus Belgien, wo ein Großteil der Serie gedreht wird. Die Dialoge der Serie sind aber auf Deutsch.

An diesem Tag wird eine Szene gedreht, die ein paar Tage nach der Flut spielt. Im Hotel Hohenzollern waren damals im Juli 2021 tatsächlich viele Menschen untergekommen, die ihre Häuser wegen der Flutkatastrophe verlassen mussten. Auch die Spenden und die Helferinnen und Helfer sind Thema.

Junge Menschen aus dem Ahrtal stehen im Mittelpunkt der Serie

In der ARD-Serie geht es nach Angaben der Produktion um fünf junge Menschen, die im Ahrtal aufgewachsen - und auf dem Sprung sind, ihre Lebensträume zu verwirklichen. Einige von ihnen sind als Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in der Flutnacht im Einsatz. Sie versuchen in einem Wettlauf gegen die Zeit möglichst vielen Menschen zu helfen, während im Fortschreiten der Nacht jedoch immer mehr Menschen auf Hilfe warten und der Situation ausgeliefert sind.

Steadycamoperator bei der Arbeit am Set der ARD-Serie zur Ahrflut.
Steadycamoperator bei der Arbeit am Set der ARD-Serie zur Ahrflut.

Komplexe Dreharbeiten in Spezialstudio in Brüssel

Die Serie wird nach Angaben der Produzenten sehr aufwändig gedreht. Beispielsweise wurden alle Szenen, die mit Wasser zu tun haben in einem Spezialstudio in Brüssel gedreht. Dort können die Kulissen in einem Wasserbecken abgesenkt werden. "Der gesamte Dreh ist mit Sicherheit die größte Herausforderung, die wir als Produktionsfirma hatten", sagt Produzentin Simone Höller. Auch andere Szenen wurden an Drehorten in Belgien gedreht. Dies geschehe auch aus Rücksicht vor den Betroffenen im Ahrtal.

Der gesamte Dreh ist mit Sicherheit die größte Herausforderung, die wir als Produktionsfirma hatten.

Starbesetzung mit Heino Ferch, Silke Bodenbender, Joachim Król und Margarita Broich

Die Serie ist nach Angaben des SWR mit jungen Schauspielern in den Hauptrollen besetzt, wie zum Beispiel Antonia Moretti, die die Handwerkerin und Feuerwehrfrau Lena Wiemann spielt. Sie sagt, sie habe sofort "Ja" zu der Rolle gesagt: "Mich hat das Buch überzeugt". Und nicht nur das, für sie war auch wichtig: " (...) wie krass die Flut war." Das müsse unbedingt erzählt werden.

Aber es spielen auch viele deutsche Top-Schauspieler in der Serie mit: Hollywood-Schauspieler Heino Ferch, Fernsehstar Silke Bodenbender, Tatort-Komissar Joachim Król und Tatort-Komissarin Margarita Broich übernehmen beispielsweise Rollen.

Schauspielerin Antonia Moretti am Set der ARD-Serie über die Ahrtal-Flut.
Schauspielerin Antonia Moretti am Set der ARD-Serie über die Ahrtal-Flut.

Produktion will sensibel mit dem Thema Retraumatisierung umgehen

Natürlich können auch solche fiktionalen Bilder für die Menschen im Tal die Erinnerungen aus der Nacht hervorrufen. Dem ist sich der zuständige SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler bewusst. Er und sein Team hätten bei der Planung einen großen Augenmerk darauf gelegt: "Wir haben sehr lange an den Büchern gearbeitet, mit großem Verantwortungsbewusstsein aller Beteiligten und glauben jetzt, dass es uns gelingt, diese Geschichte in einer angemessenen Form zu erzählen."

Drehbuchautor und Regisseur Niki Stein am Set der ARD-Serie im Ahrtal.
Drehbuchautor und Regisseur Niki Stein am Set der ARD-Serie im Ahrtal.

Politische Dimension wird Teil der Serie werden

Neben den fiktiven Geschichten aus dem Ahrtal, soll es in der Serie aber auch um die politische Dimension gehen. Und es sollen explizit auch die Namen echter Politiker genannt werden, die während der Flutkatastrophe im Amt waren.

Ich finde schon, dass der SWR da großen Mut beweist mit dieser Serie.

Drehbuchautor und Regisseur Niki Stein, sagt das habe natürlich viele juristische Fallstricke. "Ich finde schon, dass der SWR da großen Mut beweist mit dieser Serie", aber es wäre auch ein Skandal, wenn wir solche Geschichten nicht mehr erzählen könnten. "Sonst machen wir uns anfällig für eine Kritik im Sinne von Staatsfernsehen und das wollen wir ja nicht sein. Wir sind unabhängig."

Die Serie soll nach aktuellen Planungen im Jahr 2027 im Ersten ausgestrahlt und in der ARD Mediathek gezeigt werden.

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SWR

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