Die Reportage-Reihe "Ein Dorf baut auf" begleitet Menschen in Dernau im Kreis Ahrweiler nach der Flutkatastrophe im Ahrtal auf ihrem Weg zurück zur Normalität. In der 15. Folge "Fünf Jahre nach der Flut" gibt es für Ortsbürgermeister David Fuhrmann (parteilos) viele Lichtblicke, aber immer noch einige Herausforderungen.
Ahrtalbahn und Radweg fördern den Tourismus in Dernau
Viele Privathäuser sind wieder aufgebaut, gerade werden überall im Ort die Leitungen für das neue Nahwärmenetz verlegt. Die Ahrtalbahn hält wieder in Dernau und zuletzt wurde auch der Ahrradweg wieder eröffnet. Für den vor der Flutkatastrophe bei Touristen so beliebten Winzerort sind das wichtige Meilensteine. Doch von der alten Normalität ist Dernau, wo in der Flutnacht elf Menschen ihr Leben verloren, noch immer weit entfernt.
Einige Privathäuser nach der Flut nicht wieder aufgebaut
Nach wie vor gibt es keinen Lebensmittelladen mehr. Beim Gang durchs Dorf fallen immer noch einzelne Häuser auf, an denen wenig oder auch gar nichts gemacht wurde. Die Gründe dafür seien vielfältig, sagt Ortsbürgermeister Fuhrmann.
Anfangs sei die Beantragung der Hilfsgelder kompliziert gewesen. Einige hätten mehrere Häuser, die sie nur nach und nach sanieren könnten, wieder andere hätten keine Kraft mehr, wieder aufzubauen. "Langfristig ist das natürlich ein Problem, wenn da solche Ruinen mitten im Dorf entstehen", sagt Fuhrmann.
Neues Kita-Gebäude in Dernau wird bald eröffnet
Auch die Kita und die Grundschule von Dernau sind noch nicht wieder fertig aufgebaut und befinden sich immer noch in einem Container-Provisorium im Ortsteil Marienthal. Das alte Schulgebäude wurde erst im vergangenen Winter abgerissen. Seitdem klafft eine riesige Baulücke mitten im Ort. Der Neubau wird noch einige Jahre dauern. Für die Kita-Kinder gibt's dagegen einen Lichtblick: Der neu gebaute, moderne Kindergarten soll noch in diesem Jahr eröffnen.
Wiederaufbau auch nach fünf Jahren nicht abgeschlossen
Ebenfalls noch in diesem Jahr sollen weitere wichtige Arbeiten erfolgen: An einigen Stellen an der Ahr in Dernau soll Vorland abgetragen werden, damit der Fluss bei künftigen Hochwassern mehr Raum hat. Auch der alte Sportplatz wird aus diesem Grund an anderer Stelle wieder aufgebaut.
Dass der Wiederaufbau von Dernau so lange dauern würde, habe er vor fünf Jahren nicht gedacht, sagt David Fuhrmann. "Man muss sich bewusst sein, dass uns der Wiederaufbau auch noch drei, vier weitere Jahre begleiten wird", sagt er. "Aber wir bleiben dran und machen unsere Heimat wieder schön."