Zahl der Kinder geht zurück

Einige Gemeinden in RLP legen ihre Pläne für Ausbau und Neubau von Kitas auf Eis

In mehreren Gemeinden in Rheinland-Pfalz werden Kita-Pläne vorerst gestoppt. Grund sind sinkende Geburtenzahlen und teils freie Plätze.

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Von Autor/in Petra Wagner

In Deutschland fehlen rund 300.000 Kitaplätze. Das hat das Institut der Deutschen Wirtschaft errechnet. Und doch gibt es in Rheinland-Pfalz Gemeinden, die den Ausbau und Neubau von neuen Einrichtungen auf Eis legen. Der Grund: Die Zahl der Kinder geht zurück. Und das macht sich in einigen Kindertageseinrichtungen bereits bemerkbar.

Sogar konkrete Neubaupläne gestoppt

In Böhl-Iggelheim (Rhein-Pfalz-Kreis) gibt es sechs Kitas für rund 550 Jungen und Mädchen. Noch im vergangenen Jahr befand die Gemeinde, dass dies nicht ausreiche, und plante einen Ausbau in der Kita Römerstraße. 70 weitere Plätze sollten entstehen. Die Pläne sind fertig und kommen jetzt erst einmal in die Schublade.

Der Bürgermeister der Gemeinde, Peter Christ (CDU), sagt: "Vor dem Beschluss des Ausbaus wurde mit mehr Kindern kalkuliert. Doch wenn man nun die Entwicklung der Geburtenrate berücksichtigt, dann hat die Gemeinde rechnerisch schon im kommenden Jahr einen Überhang von vier Kitaplätzen. Deshalb soll der Ausbau der Kita nicht weiter vorangetrieben werden."

Rund 1.700 Kinder weniger als erwartet

Laut Statistischem Landesamt in Bad Ems (Rhein-Lahn-Kreis) sank die Zahl der unter Dreijährigen, die in Rheinland-Pfalz eine Kita besuchen, im Vergleich zum vergangenen Jahr um über fünf Prozent. Ein Minus von etwa 1.700 Kindern. Auch bei den Drei- bis Sechsjährigen sinkt die Zahl. Der Trend - so Statistiker - wird sich fortsetzen.

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Tatsächlich spüren einige Kommunen im Land bereits die Auswirkungen des Geburtenrückgangs. Neben Böhl-Iggelheim haben auch Dannstadt-Schauernheim (Rhein-Pfalz-Kreis) und Birkenheide (Rhein-Pfalz-Kreis) ihren geplanten Neu- beziehungsweise Ausbau von Kitas gestoppt.

In Dannstadt-Schauernheim stand bereits der Plan für einen Kitaneubau. Auch der Bauantrag sei, so Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU), eingereicht. "Ich will ihn genehmigen lassen, dann kommt er in die Schublade", sagt sie. Denn: "Die Geburtenzahlen sinken, aktuell haben wir freie Teilzeitplätze."

Auf der anderen Seite: In vielen Städten suchen Eltern Kitaplätze

Doch regional ist die Lage sehr unterschiedlich. Vor allem in den dicht besiedelten Regionen der Vorderpfalz oder in den Großstädten suchen Eltern oft nach einem Platz für ihr Kind. Dort, wo Neubaugebiete entstehen, werden auch Kitaplätze gebraucht, heißt es in vielen Kommunen. So plant die Gemeinde Haßloch (Kreis Bad Dürkheim) aktuell eine neue Kita mit 150 Plätzen.

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In Ludwigshafen (Rhein-Pfalz-Kreis) fehlen Schätzungen zufolge über 1.000 Kitaplätze. In Mainz bleibt laut städtischem Bedarfsplan die Zahl der Kinder mit Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz bis 2030 voraussichtlich weitgehend stabil. Gleichzeitig - so die Stadt - zeigten sich zwischen den Stadtteilen deutliche Unterschiede bei der Entwicklung der Bedarfe. "Insbesondere in Weisenau sollen weitere Plätze geschaffen werden", sagt Kinder- und Jugenddezernentin Jana Schmöller.

In Böhl-Iggelheim ist Bürgermeister Christ ganz froh, dass er die rund drei Millionen Euro für den Ausbau der Kita nicht ausgeben muss. Die Gemeinde ist klamm, muss ohnehin sparen. Die Pläne für den Ausbau bleiben - laut Christ - aber greifbar. Sollten wider Erwarten mehr Kinder einen Platz brauchen, könnte gebaut werden.

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