Bei der diesjährigen "Stunde der Wintervögel" haben Freiwillige in Baden-Württemberg Vögel in Gärten und Parks gezählt. Nun hat der NABU die Ergebnisse bekanntgegeben: Mit im Schnitt 32 gesichteten Vögeln wurden bundesweit noch nie so wenige gemeldet wie in diesem Jahr. Laut NABU liegt Baden-Württemberg mit 31,5 Vögeln unter dem Bundeswert.
Immer weniger Spatzen in BW beobachtet
Auffällig ist der Rückgang der Spatzenarten. Besonders in Großstädten verlieren der Haussperling und der Feldsperling an Bestand. Wie der NABU mitteilt, gibt es in Stuttgart, Pforzheim, Heilbronn und Mannheim teils weniger als drei Spatzen je Garten, in ländlichen Regionen seien es teils mehr als doppelt so viele.
Der Spatz verliert vermutlich Lebensräume, weil ungenutzte Brachen bebaut und Häuser renoviert werden, ohne ihm eine Alternative zu bieten.
Laut NABU wurden in Baden-Württemberg häufig Kohlmeise, Blaumeise, Amsel, Buchfink und Rotkehlchen gesichtet. Die starke Präsenz der Blaumeisen sei einem Einflug aus Nordosteuropa geschuldet.
Weniger Wintervögel in BW
Nach Angaben des NABU hätten sich viele typische Wintergäste der vergangenen Jahre, wie der Bergfink und der Erlenzeisig, diesmal in Baden-Württemberg rar gemacht.
Das liege daran, dass die Arten vor dem harschen Winterwetter in wärmere Regionen ausgewichen seien, berichtet der NABU-Ornithologe Stefan Bosch. Überraschend: Trotz des kalten Winterwetters hätten erneut rund hundert Hausrotschwänze hierzulande ausgeharrt. Die Kurzstreckenzieher verbringen den Winter eigentlich in Südeuropa.