Die Gesichter der Landwirte in der Maschinenhalle des Walter-Hofs in Hayingen (Kreis Reutlingen) sind nachdenklich. Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Reutlingen, Gebhard Aierstock, spricht von einer ernüchternden Ernte. Trockenheit und Hitze haben Auswirkungen auf die Feldfrüchte. Die Getreideernte war so früh wie nie, so Aierstock. Die Erträge sind unterdurchschnittlich bis weit unterdurchschnittlich. Dazu kommen noch stellenweise Totalausfälle etwa beim Mais durch Hagel.
Gut für die Landwirte: Erzeugerpreise geben nur leicht nach
Trotz der Ernteausfälle geben die Erzeugerpreise nur leicht nach. Das heißt, die Landwirte bekommen ähnlich viel Geld für ihr Getreide wie im vergangenen Jahr. Allerdings ist die Getreidemenge eben deutlich kleiner. Deshalb werden die Bauern deutlich weniger einnehmen.
Im eigenen Betrieb war die Ernte unterdurchschnittlich. Beim Weizen 30 bis 60 Doppelzentner pro Hektar. Üblich wäre durchaus auch mal das Doppelte.
Landwirte aus dem Kreis Reutlingen haben Sorge vor der Zukunft
Die anwesenden Landwirte treibt die Sorge um: Wie geht es weiter? Die Böden sind trocken, Regen ist weit und breit nicht in Sicht, der Grundwasserpegel tief wie nie. Bald müssen Raps und das Wintergetreide ausgesät werden. Dazu braucht es feuchte Böden. Sonst werde die Lage im kommenden Jahr noch angespannter. Oder wie Gebhard Aierstock sagt: „Eine derart lang anhaltende, flächendeckende Trockenheit gab es noch nie.“