Ein Stift, ein Blatt Papier und eine Stunde Zeit - mehr braucht es manchmal nicht für die Wissenschaft. Bei der "Stunde der Wintervögel" können sich alle Interessierten beteiligen, um den Bestand der Vögel gemeinsam mit dem Naturschutzbund NABU zu erforschen. Die Mitmachaktion findet jedes Jahr im Januar statt und liefert so immer vergleichbare Werte zum Bestand der Wintervögel in den Gärten und Parks. Und dieser ist stark rückläufig.
20 Prozent weniger Vögel als vor 15 Jahren
Die "Stunde der Wintervögel" gibt es in diesem Jahr schon zum 16. Mal. Durch die regelmäßigen Zählungen sind die Verläufe der Bestände gut nachzuvollziehen. Wie Stefan Bosch vom NABU Baden-Württemberg sagt, seien die Zahlen ein Indiz dafür, dass es den Vögeln nicht gut geht. In den letzten 15 Jahren habe man knapp 20 Prozent weniger Vögel gemeldet bekommen, so der Vogelschutzbeauftragte. Die Lebensbedingungen für Vögel würden schwieriger.
In Schottergärten blüht nicht viel und in der Steinstehle kann man nicht brüten.
So füttert man Vögel richtig
In seinem Garten hat Stefan Bosch gleich mehrere Futterangebote für die Vögel aufgebaut. Dort füttert er ihnen verschiedene Kost. Wichtig ist es ihm, das Futter immer in Silos oder Gittern anzubieten, von denen die Vögel auch wieder wegfliegen müssen, denn bei Tellern oder klassischen Vogelhäusern könnte sich das Futter mit Kot vermischen und das erhöhe das Risiko für Infektionen. Welche Vögel man im Garten hat, hängt auch vom Futterangebot ab. Manche Vögel essen überwiegend Körner oder Beeren. Andere sind entweder Insktenfresser oder sie essen beides.
Wie man sich bei der Stunde der Wintervögel beteiligen kann:
Damit sich auch Vogelkundler im Anfangsstadium an der Aktion beteiligen können, hat der NABU extra eine Zählhilfe für Wintervögel entworfen. Mit ihr können Hobby-Vogelzähler die Vogelarten erkennen und ihre Anzahl dort notieren. Wichtig ist, dass immer nur die Zahl der gleichzeitigen Vogelsichtungen vermerkt wird. So kann man sicherstellen, dass es sich nicht immer wieder um den selben Vogel handelt.
Die Ergebnisse der jeweiligen Zählungen kann man dem NABU digital melden. Entweder per App oder auf der Webseite. Dort werden neben den Vogelzahlen auch noch weitere Faktoren abgefragt, wie beispielsweise die Anschrift, die Uhrzeit der Zählung oder ob sich im Garten oft eine Katze aufhält. Je mehr Menschen an den Zählungen teilnehmen, desto genauer werden die Ergebnisse. Im letzten Jahr zählten in Baden-Württemberg über 14.000 Menschen die Vögel in ihrem Garten. An der Aktion teilnehmen kann man noch bis Sonntag, 11. Januar.