Bei Verkehrsunfällen in Baden-Württemberg sind im ersten Halbjahr 2026 weniger Menschen ums Leben gekommen als im Vorjahreszeitraum. Das geht aus der neuen Unfallbilanz des Landesinnenministeriums hervor. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Land stieg allerdings leicht auf insgesamt 154.347. Das sind gut 2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Weniger Tote und Schwerverletzte bei Verkehrsunfällen in BW
Nach Angaben des Ministeriums starben in den ersten sechs Monaten des Jahres 161 Menschen bei Verkehrsunfällen. Im Vorjahreszeitraum sind es 188 Unfallopfer gewesen. Das entspricht einem Rückgang von rund 14 Prozent.
Die Zahl der Schwerverletzten sank ebenfalls - und zwar um 5 Prozent auf 2.562. Bei den Leichtverletzten stieg die Zahl um einen Prozent auf 17.494. Insgesamt wurden laut Statistik bei rund 16.400 Unfällen Menschen verletzt. Das waren etwas mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch die Zahl der Unfälle mit Sachschaden stieg leicht an auf rund 138.000 Unfälle im Land.
Innenminister Hagel sieht Zahlen als positives Signal
Landesinnenminister Manuel Hagel (CDU) wertet die Entwicklung über die Zahl der Toten und Schwerverletzten einer Mitteilung zufolge als positives Signal. Es sei aber keine Entwarnung, sagte er. "Jeder Einzelne ist einer zu viel. Deshalb lassen wir hier kein bisschen nach und erhöhen die Verkehrssicherheit in Baden-Württemberg weiter", so Hagel.
Ursache für tödliche Unfälle häufig Raserei
"Nach wie vor wird die Gefahr von überhöhter oder nicht angepasster Geschwindigkeit gnadenlos unterschätzt", sagte Hagel weiter. Aus der Statistik fürs erste Halbjahr geht hervor: Hauptursache für tödliche Unfälle blieb mit rund 40 Prozent überhöhte Geschwindigkeit. Noch bis Sonntag läuft eine Blitzerwoche, bei der auch die Polizei in Baden-Württemberg verstärkt kontrolliert.
Rasen ist kein Spaß, sondern lebensgefährlich!
Hinter zu schnellem Fahren folgen Vorfahrts- bzw. Vorrangverletzungen, Ablenkung und mangelnde Verkehrstüchtigkeit als Ursachen für tödliche Unfälle. Die mangelnde Verkehrstüchtigkeit ging rund 1.900 Mal auf Alkohol zurück, ähnlich häufig wie im Vorjahreszeitraum. Etwa 350 Mal waren Cannabis oder Betäubungsmittel die Ursache, das entspricht einem Rückgang von über 20 Prozent.
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Deutlich weniger tödliche Motorradunfälle
Besonders deutlich ging die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer zurück. Im ersten Halbjahr 2026 kamen 24 Motorradfahrer ums Leben, zum Beispiel in Leutkirch (Kreis Ravensburg), Pfronstetten (Kreis Reutlingen) und Lenzkirch (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald). Im Vorjahreszeitraum waren es noch 41. Auch die Gesamtzahl der Unfälle mit Motorrädern ging zurück.
Auf die Gefahren will die Polizei etwa mit gezielten Verkehrskontrollen an Strecken wie der Schwarzwaldhochstraße aufmerksam machen. Erst am Montag wurde ein Motorradfahrer im Hohenlohekreis bei einem Unfall in einen Graben geschleudert, Ersthelfer konnten ihn zuerst nicht finden.
Mehr Verkehrsunfälle und starker Anstieg bei E-Scootern
Fußgänger waren im ersten Halbjahr zwar insgesamt seltener an Unfällen beteiligt, mit 27 Todesopfern stieg die Zahl aber um 3 an. Fälle gab es beispielsweise im Kreis Ludwigsburg und im Kreis Heilbronn. Die Anzahl der im Verkehr getöteten Radfahrerinnen und Radfahrer belief sich wie im Vorjahreszeitraum auf 33. Davon starben 18 bei der Benutzung eines Pedelecs, die meisten davon im Seniorenalter.
Während die Anzahl der Pedelec-Unfälle abnahm, stieg die Zahl der Unfälle mit E-Scootern besonders stark. Insgesamt waren es 1.290 Unfälle mit Elektrorollern. Das bedeutet ein Plus von rund 46 Prozent. Bei diesen Unfällen wurden 126 Menschen schwer verletzt. Ein E-Scooterfahrer im Kreis Schwäbisch Hall starb. Bei knapp der Hälfte dieser Unfälle waren es Minderjährige, die mit den E-Scootern unterwegs gewesen waren.