Drei tödliche Unfälle allein im Juli

Zahl der Motorradunfälle im Nordschwarzwald extrem angestiegen

Die Schwarzwaldhochstraße gilt als eine der beliebtesten Motorradstrecken im Land. Mit einer Verkehrskontrolle am Samstag wollte die Polizei auf die Gefahren dort aufmerksam machen.

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Von Autor/in Fabiola Germer

Die Schwarzwaldhochstraße gilt als beliebte Motorradstrecke. Doch sie ist auch als Unfallschwerpunkt bekannt. Erst vor einer knappen Woche hat sich auf der B500 am Helbingfelsen der letzte tödliche Motorradunfall ereignet. Auch deswegen will die Polizei Offenburg die B500 und andere sogenannte Schwerpunktstrecken im Nordschwarzwald schärfer kontrollieren.

Drei tödliche Motorradunfälle im Juli

Nach Angaben der Polizei Offenburg sind alleine im Juli an bekannten, viel befahrenen Motorradstrecken im Nordschwarzwald fünf Menschen ums Leben gekommen. Zu den gefährlichen Abschnitten zählen neben der B500 auch das Murgtal und die Strecke über den Kaltenbronn. Unter den Opfern war auch ein 23-jähriger Motorradfahrer aus Frankreich, der auf der B462 zwischen Schönmünzach und Kirschbaumwasen unterwegs war. Laut Polizei kam er in einer Linkskurve zu Fall und prallte in die Leitplanke.

Am vergangenen Samstag ist ein Motorradfahrer auf der Landstraße zwischen Achern und Kappelrodeck (Ortenaukreis) ums Leben gekommen. Der 23-jährige kollidierte laut Polizei mit einem vor ihm fahrenden Auto und wurde dabei so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle verstarb. Ob der Motorradfahrer zu schnell unterwegs war, ermittelt die Polizei.

Auch eine 25-jährige Motorradfahrerin hat einen Sturz mit dem Motorrad nicht überlebt. Sie war auf der B500 zwischen Zimmerplatz und Lichtental unterwegs. Laut Polizei stürzte sie in einer Linkskurve und prallte gegen die Schutzplanke. In beiden Fällen laufen noch Ermittlungen wegen der Unfallursache.

Eine 69-jährige Frau war Mitte Juli gemeinsam mit einer Reisegruppe zwischen Gernsbach und Baden-Baden mit dem Motorrad unterwegs, kam dort von der Fahrbahn ab und stürzte eine Böschung hinab. Die Frau wurde in eine Klinik gebracht, erlag dort aber ihren schweren Verletzungen.

Zahl der Motorradunfälle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt

Insgesamt hat sich die Zahl der Motorradunfälle auf den als gefährlich geltenden Strecken im Nordschwarzwald in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt. Sie stieg von 32 auf bislang 65 an. Gleiches gilt für die Zahl der tödlichen Motorradunfälle. Waren im gesamten vergangenen Jahr im Bereich des Polizeipräsidiums drei tödliche Motorradunfälle zu verzeichnen, so sind es in diesem Jahr bereits sieben, berichtet der leitende Polizeidirektor Martin Plate.

Eine Motorradkontrolle am Helbingfelsen
Eine Motorradkontrolle am Helbingfelsen

Wir wollen mit unseren Kontrollen ein Zeichen setzen. Denn allein im Juni und im Juli haben sich auf der B500, auf dem Kaltenbronn und im Murgtal bereits vier tödliche Motorradunfälle ereignet.

"Schweigekilometer" am Helbingfelsen besonders gefährlich

Vor allem auf dem kurvenreichen Streckenabschnitt beim berüchtigten Helbingfelsen an der B500 kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Unfällen. Die Strecke dort gilt als besonders gefährlich. Am dortigen Parkplatz steht deshalb auch ein Mahnmal, das an die verstorbenen Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer erinnern soll.

Um Unfälle zu verhindern, wurde vor zwei Jahren der sogenannte Schweigekilometer errichtet. Eine rund tausend Meter lange Strecke, die sowohl Gedenkstätte als auch Warnhinweis sein soll. Sie soll Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer daran erinnern, langsamer zu fahren und so Schlimmeres zu verhindern. Der Schweigekilometer wird durch schwarze Hinweisschilder markiert, auf denen der Bikergruß zu sehen ist: eine Faust mit ausgestrecktem Zeige- und Mittelfinger.

Entlang des Schweigekilometers ist der "Bikergruß" auf vielen Schildern präsent
Entlang des Schweigekilometers ist der "Bikergruß" auf vielen Schildern präsent.

Ins Leben gerufen wurde der "Schweigekilometer" von Tobias Gaiser aus Baiersbronn, der der Frage nachging: Wie kann die Zahl der Verkehrstoten ohne Warntafeln, Blitzer oder Fahrverbote gesenkt werden? Andere Vorsichtsmaßnahmen wie Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Warnschilder hatten laut Polizei bis zur Einrichtung des Schweigekilometers weniger Erfolg als erhofft.

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Fabiola Germer
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