Der Verkehrswarndienst hat in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr insgesamt 63.170 Meldungen abgesetzt, geringfügig weniger als 2024. Das teilte das Innenministerium am Sonntag in Stuttgart mit. Mehr als die Hälfte der Meldungen entfiel mit fast 39.000 auf die Autobahnen. Spitzenreiter dabei war die A5 zwischen Karlsruhe und Basel, dahinter die A8 zwischen Stuttgart und Karlsruhe.
Aprilscherz über Pforzheimer Dauerbaustelle
Als Gründe werden hohes Verkehrsaufkommen und Dauerbaustellen genannt. Einer der längsten Staus bildete sich sich im August auf der A8 zwischen Merklingen (Alb-Donau-Kreis) und Kirchheim-Teck-Ost (Kreis Esslingen): 32 Kilometer lang. Viel Geduld forderte den Verkehrsteilnehmenden auch die Dauerbaustelle bei Pforzheim ab. Die Stadt reagierte mit einem Aprilscherz.
Falschfahrer vor allem an Wochenenden
371 Meldungen über Falschfahrer gab es laut Innenminister Thomas Strobl (CDU) im vergangenen Jahr. Zwei Menschen kamen bei dadurch verursachten Unfällen ums Leben, 21 wurden verletzt. Fast die Hälfte aller Falschfahrten ereigneten sich der Statistik zufoge an Wochenenden.
Holzhütte, Plüschtier und Pfau - Skurrile Verkehrsmeldungen
Ungesicherte Ladungen führten zu vielen ungewöhnlichen Meldungen. So warnte der Verkehrswarndienst vor einer Laderampe, einer Photovoltaik-Anlage sowie vor mehreren Bierkisten, die ein Lkw während der Fahrt verloren hatte. Auf der B290 bei Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall) lag eine Holzhütte auf der Fahrbahn. Auch auf entlaufene Tiere wurden die Fahrerinnen und Fahrer hingewiesen, insgesamt 3.856 mal, beispielweise auf einen Pfau, 500 Schafe sowie ein Kamel. Mehrere besorgte Verkehrsteilnehmende auf der B10 im Kreis Göppingen meldeten einen herrenlosen Hund am Fahrbahnrand. Die Polizei fand ein größeres Plüschtier, das an einen Zaun gebunden war.
Besorgte Autofahrer alarmieren Polizei Polizeieinsatz auf B10: Herrenloser Hund entpuppt sich als Plüschpferd
Kauerte am Rand der B10 bei Ebersbach an der Fils ein herrenloser Hund? Das vermuteten mehrere Autofahrer und alarmierten die Polizei. Doch die Beamten entdeckten etwas anderes.
Innenminister mahnt: Im Stau Rettungsgasse bilden
Landesinnenminister Strobl forderte die Verkehrsteilnehmenden auf, unverzüglich eine Rettungsgasse zu bilden, wenn der Verkehr stocke oder sich ein Stau entwickle. "Sie erleichtern dadurch den Einsatz- und Rettungskräften ihre Arbeit und helfen, Menschenleben zu retten." Denen, die keine Rettungsgasse bildeten oder sie gar unerlaubt nutzten, drohten erhebliche Bußgelder. "Die Polizei Baden-Württemberg achtet konsequent auf die Einhaltung der Rettungsgasse und zeichnet mit ihren DashcamSystemen festgestellte Verstöße beweissicher auf", so Strobl.