Viele Menschen zieht es gerade an die Badeseen in der Region. Besonders im Sommer kommt es dabei immer wieder zu teils tödlichen Badeunfällen - so auch in den vergangenen Tagen. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. (DLRG) warnt davor, in Rhein und Neckar zu schwimmen und rät, möglichst nur unter Aufsicht zu baden.
74-Jähriger beim Baden in Heddesheim gestorben
Am Badesee in Heddesheim ist am Montagabend ein Mann beim Baden ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei wurde der 74-Jährige leblos unter Wasser entdeckt. Feuerwehr und DLRG hatten den See zuvor mit einem Großaufgebot abgesucht. Als der Mann schließlich im Wasser gefunden wurde, konnte der Notarzt nur noch seinen Tod feststellen.
Ebenfalls am Montagabend ist in Heidelberg nach Angaben der Polizei eine Person von der Ziegelhäuser Brücke in den Neckar gesprungen und nicht wieder aufgetaucht. Knapp zwei Stunden hatten Feuerwehr und DLRG mit Tauchern nach dem Mann gesucht. Laut Polizei wurde niemand gefunden. Da es bislang keine Vermisstenmeldung gibt, gehen die Ermittler derzeit aber nicht davon aus, dass etwas Schlimmeres passiert ist.
Schon am Sonntag hatten Zeugen bei Mannheim laut Polizei zwei Personen flussabwärts im Rhein treiben sehen. Mindestens eine von beiden soll dabei um Hilfe gerufen haben. Trotz einer groß angelegten Suchaktion konnten keine Menschen im Rhein gefunden werden. Die Wasserschutzpolizei Ludwigshafen bittet Zeugen, sich zu melden.
Tödlich endete das Baden im Rhein für drei Männer im Alter von 23, 27 und 50 Jahren. Rettungskräfte hatten am Wochenende im Bereich Gernsheim (Kreis Groß-Gerau) und Biblis (Kreis Bergstraße) nach den Vermissten gesucht. Sie wurden schließlich tot aus dem Rhein geborgen.
Etwa 80 Prozent der Todesopfer beim Baden sind Männer
Nach Angaben der DLRG waren im Jahr 2025 knapp 80 Prozent der Menschen, die bundesweit beim Baden tödlich verunglückt sind, Männer. Besonders häufig seien Personen über 60 Jahren ertrunken. Tobias Johe, Einsatzleiter des DLRG-Bezirks Rhein-Neckar e. V., bestätigt, dass auch in der Metropolregion meist ältere Menschen, vor allem Männer, beim Baden ums Leben kommen.
Nach seiner Erfahrung kommt es vor allem an heißen Tagen, an denen viele Menschen Abkühlung suchen, zu Badeunglücken. Ungeübte Schwimmerinnen und Schwimmer würden sich häufig selbst überschätzen. Auch Vorerkrankungen seien meist Ursachen für Badeunfälle - etwa, wenn Baderegeln nicht beachtet würden und das Herz-Kreislauf-System überlastet werde.
DLRG empfiehlt Baden unter Aufsicht
Tobias Johe empfiehlt, sich vor dem Sprung ins Wasser abzukühlen. Außerdem sollen Menschen nur ins Wasser gehen, wenn sie sich körperlich fit fühlen und möglichst nicht alleine baden. Johe rät, nur an bewachten Badestellen und nicht in Rhein und Neckar zu schwimmen.
Badeunfälle Schutz vor Ertrinken: So rettet ihr Menschen bei einem Badeunfall
Jährlich ertrinken Menschen in Flüssen, Seen oder Teichen. Einzugreifen traut sich nur jeder Zweite zu. So rettet ihr Menschen bei einem Badeunfall, ohne euch selbst zu gefährden.
Die rund 150 Ehrenamtlichen des DLRG-Bezirks Rhein-Neckar e. V. trainieren laut Tobias Johe regelmäßig, hilflose Menschen aus dem Wasser zu retten. Mindestens einmal im Monat würden die Einsatzgruppen entsprechende Szenarien üben oder sich dazu fortbilden. Einmal im Jahr fände außerdem eine Großübung statt.