Ermittler der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Ulm haben einen 37-jährigen Gastronomen aus Neu-Ulm festgenommen. Er soll Sozialversicherungsbeiträge für Löhne in Millionenhöhe nicht gezahlt haben. Wie das Hauptzollamt Ulm am Montag weiter mitteilte, ist der 37-Jährige seit Ende März in Untersuchungshaft.
Der Gastronom soll über Jahre mutmaßlich rund 300 Arbeitskräfte für Caterings und Veranstaltungen vermittelt haben. Eine Erlaubnis für eine sogenannte Arbeitnehmerüberlassung hatte der 37-Jährige allerdings nicht.
Gastronom gerät bei Ulmer Streetfood-Markt ins Visier des Zolls
Bei einem Streetfood-Markt in Ulm im Jahr 2024 war der Gastronom erstmals ins Visier des Zolls geraten. Beamte hatten seinen Food-Truck kontrolliert, dabei waren ihnen Unstimmigkeiten aufgefallen. Sie prüften daraufhin seine Geschäftsunterlagen und stellten fest, dass Arbeitskräfte nicht zur Sozialversicherung angemeldet waren. Damit handelt es sich laut einem Sprecher des Hauptzollamts um Schwarzarbeit.
Personal soll der 37-Jährige auch im Bereich Günzburg und im Raum Nürnberg vermittelt haben, teilweise auch an größere Auftraggeber. Der Tatverdächtige habe ursprünglich mit einem sogenannten Coffee-Bike begonnen, erklärte der Sprecher. Der Mann sei "mobil und in der Branche bekannt" gewesen.
Lohnabrechnung per Handy, Zahlung in bar
Die Ermittlungen ergaben, dass der Gastronom Löhne in Höhe von mindestens einer Million Euro nicht gemeldet hat. Lohnabrechnungen wurden teilweise per Handy-Chat verschickt. Zahlungen erfolgten teils in bar, teils per App über einen Zahlungsdienstleister.
Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler Bargeld und Luxusgüter wie Schmuck und eine hochwertige Handtasche sicher. Wie es weiter heißt, seien auch noch offene Forderungen gegenüber Auftraggebern im sechsstelligen Bereich gesichert worden.