Hybride Kriegsführung, Extremwetter, Cyberattacken: Das Stromnetz steht unter Druck. Baden-Württembergs Landesregierung will daher die Kapazität des Stromnetzes erhöhen, um auch in Extremsituationen Engpässe zu vermeiden und die Stromversorgung sichern zu können. Das erklärte ein Sprecher des Umwelt- und Energieministeriums. Dafür soll im Herbst eine Task Force Netzausbau starten - gemeinsam mit Netzbetreibern, Verbänden und Kommunen.
Warum soll es eine Task Force geben?
Die Task Force solle sowohl kurzfristig als auch mittelfristig wirksame Schritte auf den Weg bringen. Geht es nach dem Ministerium, soll schon innerhalb der nächsten Monate die verfügbare elektrische Maximalleistung in Gebieten, in denen das Stronetz überlastet ist, deutlich erhöht werden. Ein weiteres Ziel sei es, den Zeitraum für den Netzausbau "signifikant zu verkürzen". Dafür seien Maßnahmen mit einem Zeithorizont von fünf bis sieben Jahren vorgesehen. Aktuell geben die Netzbetreiber für den Ausbau einen Zeitraum von zehn Jahren an.
Vorfälle in NRW und Brandenburg Strom-Sabotage? So gut sind Umspannwerke und kritische Infrastruktur geschützt
Ein Brand in Reutlingen legte im Juni Tausende Haushalte lahm. In Brandenburg wurden Sprengvorrichtungen an einem Umspannwerk entdeckt - in NRW gab es inzwischen zwei Fälle.
Die mutmaßlichen Angriffe auf Umspannwerke und andere Energieanlagen in Deutschland haben die Verwundbarkeit kritischer Infrastruktur stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Ermittler gehen bei den jüngsten Attacken in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg oder Reutlingen von vorsätzlichen Taten aus. In Berlin gab es zu Jahresbeginn eine Brandattacke auf das Stromnetz - Tausende Haushalte waren tagelang ohne Strom. In Baden-Württemberg gibt es Hunderte wichtiger Knotenpunkte im Stromnetz.