Der Einsatz von Elektroschock-Pistolen - sogenannten Tasern - im Streifendienst wird in Baden-Württemberg schon länger diskutiert. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wirbt weiter für den flächendeckenden Einsatz im Land und begründet dies mit steigender Gewalt gegen Polizeibeamte. Das Innenministerium plant zunächst aber nur einen einjährigen Pilotversuch.
Testphase für Taser laut GdP "nicht zielführend"
Kritik für den Plan gibt es vom stellvertretenden GdP-Landesvorsitzenden Thomas Mohr. Eine Testphase sei überflüssig und nicht zielführend, teilte der Polizei-Gewerkschafter dem SWR mit. Laut Mohr gibt es genügend Erfahrungswerte mit Tasern aus anderen Bundesländern. In Rheinland-Pfalz habe sich gezeigt, dass häufig schon die Androhung dazu geführt habe, dass Angriffe abgebrochen worden seien.
Der Einsatz von Tasern im Streifendienst wird allerdings auch kritisch gesehen. Ein Professor der Polizeihochschule in Villingen-Schwenningen warnt vor einer "Scheinsicherheit":
Strafrechtsexperte spricht von Scheinsicherheit Polizei in BW soll Taser testen - Kritik kommt von der Polizeihochschule
Der Einsatz von Tasern ist umstritten. Während Gewerkschaften den von Innenminister Strobl angekündigten Einsatz begrüßen, warnt ein Experte der Hochschule der Polizei vor Risiken.
Innenministerium will Taser-Einsatz prüfen
Das Innenministerium will über den Einsatz erst nach einem Versuch entscheiden, der 2026 in Freiburg, Weil am Rhein (Kreis Lörrach) und Titisee-Neustadt (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) stattfinden soll.
Gewaltdelikte gegen Polizeibeamte in Baden-Württemberg sind im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf knapp 6.400 Fälle gestiegen. Gleichzeitig hat der Schusswaffengebrauch durch Polizisten zugenommen. Von sieben Fällen 2023 auf 13 Fälle 2024. In diesem Jahr haben Polizisten laut Innenministerium bisher schon zehnmal die Waffe eingesetzt, acht Menschen starben.