Alternative zur Schusswaffe: Warum die Polizei Taser braucht

Wie kann sich die Bundespolizei in Ausnahmesituationen verteidigen? Das soll mit Elektroschockpistolen, sogenannten Tasern, möglich sein. Das hat das Bundeskabinett beschlossen.

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Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Florian Zelt verteidigt Ingo Schütte diesen Beschluss. Er ist stellvertretender Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in Rheinland-Pfalz. Damit werde eine wichtige Sicherheitslücke zwischen Schlagstock auf der einen und Schusswaffe auf der anderen Seite geschlossen. Die Verwendung des Schlagstocks erfordere, dass ein Polizeibeamter bei Auseinandersetzungen "sehr nah an Menschen heranmuss und sich in Gefahr begibt". Der Gebrauch einer Schusswaffe könne deutlich "gravierendere Folgen nach sich ziehen als der Taser". Dessen Einsatz sei deshalb "zielführend und hilfreich".

Bundespolizei will Taser in Konfliktsituationen einsetzen

Hotspots mit hohem Konfliktpotenzial sind für die Bundespolizei Bahnhöfe und Grenzübergänge. "Dort werden Menschen kontrolliert, die sich möglicherweise illegal in Deutschland aufhalten", gibt der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende von Rheinland-Pfalz zu bedenken. Dort entstünden Konfliktsituationen, die möglicherweise "gewaltbehaftet" seien. "Dafür brauchen die Kolleginnen und Kollegen den Taser."

Vorschriften für ordnungsgemäßen Einsatz von Tasern

Kritiker befürchten, dass Polizisten den Einsatz von Tasern laxer handhaben könnten als den von Schusswaffen. Der Polizeigewerkschaftler widerspricht. Es gebe Vorschriften. Die gewünschte Wirkung müsse erzielt werden. "Es macht beim Taser keinen Sinn, mehrfach auszulösen." Nach dem fünf Sekunden andauernden Stromstoß müssten die Beamten handeln und den möglichen Täter fixieren. An einem Taser-Einsatz seien deshalb immer mehrere Polizisten beteiligt.

Ein Polizist der Bundespolizei führt einen Taser 10 vor. Mit der Pistole werden Pfeile an Drähten verschossen, über deren elektrische Impulse Angreifer "stillgelegt" werden können.

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Der Einsatz von Tasern ist umstritten. Während Gewerkschaften den von Innenminister Strobl angekündigten Einsatz begrüßen, warnt ein Experte der Hochschule der Polizei vor Risiken.

Erstmals publiziert am
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Das Interview führte
Florian Zelt
Florian Zelt, SWR Aktuell-Moderator und -Redakteur
Onlinefassung
Andreas Böhnisch
Andreas Böhnisch steht vor dem Logo von SWR Aktuell.