Seniorenschwimmen, ein paar Bahnen kraulen, im Kinderbecken plantschen oder von einem der Sprungtürme hüpfen: Das BürgerBad in Merzhausen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) ist in Sachen Ausstattung gut aufgestellt. Sogar ein Café und eine Sauna gibt es. Dabei stand die Zukunft des Schwimmbads schon mehrere Male auf der Kippe.
Der Abriss schien bereits beschlossene Sache, als der Förderverein Pro.Bad Merzhausen e. V. und eine gemeinnützige Gesellschaft sich für den Erhalt des Bades stark machten. Nun feiert das BürgerBad sein 50-jähriges Bestehen.
Schwimmbad aus den 70er-Jahren sollte geschlossen werden
Das Merzhauser Gartenhallenbad wurde im Jahr 1976 gebaut. Rund 20 Jahre später kam dann die Diskussion auf, wie es mit dem gealterten Bad weitergehen sollte. Gutachten wurden eingeholt, Umbaupläne geschmiedet. Doch dann der große Schock: Das Bad sollte geschlossen werden, erinnert sich die BürgerBad gGmbH rund zwei Jahrzehnte später.
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Um das zu verhindern, gründeten Bürgerinnen und Bürger 1998 den Förderverein Pro.Bad. Sie wollten dabei helfen, das Bad attraktiver und wirtschaftlicher zu machen. Doch schon sechs Jahre später stand die Zukunft des Bades wieder auf der Kippe, so Hannah Kegel, die heutige Geschäftsführerin. "Da hieß es, das Bad wird geschlossen, abgerissen und zum Baugebiet gemacht."
BürgerBad gGmbH kämpft um Pachtvertrag für das Schwimmbad
Wieder regte sich Widerstand. Um das Bad weiter zu betreiben, gründete sich die BürgerBad gGmbH. Heute eine Gesellschaft aus Pro.Bad, dem VfR Merzhausen und der DLRG-Ortsgruppe Hexental. "Das war in einer sehr polarisierten Situation, in der ein Teil des Ortes für das Schwimmbad und ein Teil dagegen war", erinnert sich Kegel. Trotz des Widerstands des damaligen Bürgermeisters und viel Skepsis im Gemeinderat bekam die Gesellschaft ihre Chance.
Natürlich war da auch Skepsis. Kann man das überhaupt günstiger betreiben als die Gemeinde, können ehrenamtliche, engagierte Leute das leisten?
Gesellschaft investiert über zwei Millionen Euro in das BürgerBad
Über zwei Millionen Euro hat die Gesellschaft seit der Übernahme 2004 in das Bad investiert. "Das ist vielleicht das, was man von uns lernen kann. Dass, obwohl damals ein mehrfacher Millionenbetrag im Raum stand, nicht alles sofort gemacht werden muss", so Kegel.
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Nach und nach hat die Gesellschaft über die Jahre Fördergelder und Zuschüsse der Gemeinde reinvestiert. Allein der Förderverein Pro.Bad sammelte bis heute um die 640.000 Euro. Zusätzliche Einnahmen kamen von den jährlich rund 80.000 Badegästen und der 2010 eingerichteten Fernwärmeversorgung durch Blockheizkraftwerke. Das Schwimmbad heizt Wohnungen, Geschäftshäuser, eine Sporthalle und einen Kindergarten in Merzhausen.
Erfolgsmodell BürgerBad: Vorbild für andere Schwimmbäder?
Anderen von Schließung gefährdeten Bädern einen konkreten Rat zu erteilen, sei schwierig, so Kegel. In Merzhausen hätten gute Besuchszahlen, angemessene Preise und gutes Einkaufen zum Erfolg beigetragen.
Wichtig für den Erfolg ist laut Geschäftsführerin auch: den Unterstützerinnen und Unterstützern zeigen, wohin ihr Geld fließt. "Das meiste Geld geht ja in die Technik, das heißt, es verschwindet im Keller." Deswegen seien die Gelder des Fördervereins auch extra in Sichtbares gesteckt worden: Fliesen, Spieltiere, ein neues Sprungbrett. "Wo man auch sagen kann, guckt mal, das habt ihr mitfinanziert."
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Das BürgerBad in Merzhausen: Blick in die Zukunft
Trotz des Erfolgs kann sich Hannah Kegel gut vorstellen, dass angesichts der leeren Haushaltskassen neue Diskussionen um das BürgerBad entbrennen. Dann müsse man neu überlegen. "Aber ich denke, wir haben in den letzten Jahren gezeigt, dass dieser Mehrwert, den ein Bad einer Gemeinde gibt, auch von der Bevölkerung wertgeschätzt wird." Sie hofft daher auch weiterhin auf Unterstützung.