Die anhaltende Hitze verursacht immer wieder Probleme im öffentlichen Nahverkehr - wie etwa zuletzt in Heidelberg. Ende Juni mussten Straßenbahnen zeitweise stehen bleiben, weil die Fugenmasse rund um die Schienen zu weich geworden war. Wie geht das zuständige Verkehrsunternehmen, die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv), mit der Hitze um? Und wie bereitet man sich auf weitere Hitzewellen vor?
Umleitungen zur Vermeidung von Gleisschäden
Um solche Hitze-Schäden rechtzeitig zu verhindern, lenkt die rnv den Busverkehr am Wochenende um. Von Freitagvormittag bis Sonntag werden zwölf Heidelberger Buslinien, die auch auf Straßenbahngleisen fahren, umgeleitet. So soll vermieden werden, dass sich die weiche Masse zwischen Gleis und Asphalt weiter verteilt. Von der Umleitung sind unter anderem die Buslinien 20, 28, 33 und 34 betroffen. Haltestellen wie der Betriebshof, die Stadtwerke sowie die Bahnhöfe West- und Südstadt werden gar nicht angefahren. Die Umleitung sei eine "einfache und effektive Maßnahme, die hilft, größere hitzebedingte Schäden an unserer Gleis-Infrastruktur zu vermeiden", so eine Sprecherin der rnv auf SWR-Anfrage. Auch bei weiteren Hitzewellen sei diese Maßnahme daher denkbar.
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Sprinklerfahrzeuge sollen Schottergleise abkühlen
Wie sich die hohen Temperaturen auf die Gleise auswirken, ist nach Angaben der rnv auch von der Lage und Umgebung der Gleise abhängig. Sogenannte Grüngleise können demnach eine abkühlende Wirkung haben. Schottergleise hingegen können sich stärker aufheizen. Die rnv setzt in besonders heißen Bereichen deshalb auch Sprinklerfahrzeuge ein, um Gleise zu kühlen. Bei aktuellen Bauprojekten setzt man außerdem "im innerstädtischen Bereich" auf eine "Feste Fahrbahn". Dabei werden Schienen und Schwellen im Untergrund auf einer Betonplatte befestigt. Das soll für mehr Stabilität sorgen.
Zusätzlicher Schutz für Fahrzeug und Mitarbeitende
Auch die Fahrzeuge selbst werden vor der Hitze geschützt: Altfahrzeuge werden seit diesem Jahr versuchsweise mit Sonnenschutzfolien ausgestattet. Das soll die Wärme im Inneren reduzieren und so auch die Klimaanlagen unterstützen. Neue Fahrzeuge, die offenbar über die Hälfte der Fahrzeugflotte ausmachen, seien hingegen auf deutlich höhere Temperaturniveaus ausgelegt.
Elektrische Anlagen werden zum Beispiel durch Klimaanlagen gekühlt. "Wo dies nicht möglich ist, wie bei den zahllosen Ampelanlagen oder Schaltkästen, sorgen wir für Verschattung oder verwenden hellere Anstriche", so die Sprecherin der rnv weiter. Auch das Material und vor allem die Mitarbeitenden sollen vor der Hitze geschützt werden: Arbeiten werden demnach in die frühen Morgen- und Abendstunden verlegt. Inzwischen seien auch alle Fahrerkabinen klimatisiert.
Hitze-Schäden und die notwendigen Hitzemaßnahmen haben ihren Preis. Über die Höhe der bisher entstandenen Kosten konnte die rnv auf Anfrage keine Angaben machen.