Seit vergangenem Montag steht fest, dass die Rettung der insolventen Brauerei Eichbaum gescheitert ist. Laut Betriebsrat und der zuständigen Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) wurde das nun erstmals vor der Belegschaft verkündet - über eine Woche nach Bekanntwerden der Schließung. In den Wochen vorher stand eine Übernahme des Eichbaum-Areals durch das Uniklinikum als Rettungsszenario im Raum. Die Brauerei hätte in diesem Zuge von einer dafür gegründeten Gesellschaft übernommen werden sollen. Der Betriebsrat wirft der Geschäftsführung jetzt vor, Details zu genau diesen Verhandlungen unter Verschluss gehalten und so möglicherweise eine Lösung verhindert zu haben.
Betriebsrat: "Bewusstes Vorenthalten von Informationen"
Der Sprecher und Berater des Betriebsrats, Georg Dohr, hat dem SWR mitgeteilt, dass man stets davon ausgegangen sei, die Eigenverwaltung (bestehend aus der Geschäftsführung und einem Generalbevollmächtigten) würde einen möglichen Vertrag zwischen dem Klinikum und Eichbaum unterschreiben. Allerdings ging der Betriebsrat davon aus, dass das Klinikum einen solchen Vertrag bisher nicht vorgelegt hat. Dass es tatsächlich bereits einen Vorvertrag gab und die Geschäftsführung dessen Unterschrift überdenke, habe sie dem Betriebsrat nicht mitgeteilt. Dadurch habe der Betriebsrat laut Dohr am Ende keinen Einfluss mehr auf die Gespräche nehmen können. Die Stadt habe später bestätigt, dass ein ausgehandelter Vorvertrag vorgelegen habe.
In einer Pressemitteilung heißt es dazu von Dohr, man habe durch "bewusstes Vorenthalten entscheidender Infos, dem Betriebsrat die Möglichkeit genommen, rechtzeitig etwas zu unternehmen". Soll heißen: Man hätte als Vertretung der Belegschaft weitere Unterstützung bei der Stadt gesucht und versucht, Einfluss auf die Eigenverwaltung beziehungsweise die Geschäftsführung zu nehmen.
Geschäftsführung weist Vorwürfe zurück
Auf SWR-Anfrage dementiert die Geschäftsführung, dass eine realistische Lösung für den Erhalt der Brauerei auf dem Tisch gelegen habe. Es seien alle Optionen geprüft worden: "Bis zuletzt wurden sämtliche wirtschaftlich und rechtlich tragfähigen Optionen intensiv geprüft und ausgeschöpft." Das Aus der Brauerei sei "letztlich alternativlos" gewesen.
Wann genau die ersten betriebsbedingten Kündigungen bei Eichbaum ausgesprochen werden, ist derzeit noch unklar - dass sie kommen, ist mittlerweile sicher.