Sechs Männer und eine Frau verurteilt

Haftstrafen für schweren Menschenhandel und Zuhälterei auf Karlsruher Straßenstrich

Sieben Angeklagte müssen zwischen fünf und zweieinhalb Jahre in Haft. Laut Urteil des Landgerichts haben sie junge Frauen aus Ungarn auf den Karlsruher Straßenstrich gelockt.

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Von Autor/in Susann Bühler

Sechs Männer und eine Frau sind vor dem Landgericht Karlsruhe verurteilt worden, weil sie Frauen aus Ungarn in Karlsruhe zur Prostitution gezwungen haben. Die Angeklagten, die alle die ungarische Staatsangehörigkeit besitzen, müssen zwischen zweieinhalb und fünf Jahren ins Gefängnis. Zweimal wurde eine Jugendstrafe verhängt, weil die beiden Männer zum Zeitpunkt der Taten noch minderjährig oder noch nicht 21 Jahre alt waren.

Angeklagte haben Menschenhandel und Zuhälterei gestanden

Das Gericht legte allen sieben Mitgliedern der Bande schweren Menschenhandel, ausbeuterische Zuhälterei und gefährliche Körperverletzung zur Last. Einer der Angeklagten wurde vom Gericht außerdem für schwere Zwangsprostitution verurteilt. Alle Beteiligten haben die Vorwürfe vor Gericht gestanden. Das wertete das Gericht bei seinem Urteil zugunsten der Angeklagten.

Alle Angeklagte haben die Taten ohne Wenn und Aber eingeräumt. Dadurch wurde das Verfahren deutlich verkürzt. Und vor allem wurden den Geschädigten Aussagen hier im Saal erspart.

Vor dem Landgericht Karlsruhe wurden sieben Angeklagte wegen Menschenhandel und Zuhälterei verurteilt.
Vor dem Landgericht Karlsruhe wurden sieben Angeklagte wegen Menschenhandel und Zuhälterei verurteilt. Foto: Susann Bühler

Dennoch sei es ein sehr komplexes Verfahren mit vielen Geschädigten, vielen Angeklagten und vielen Straftatbeständen gewesen, so Richterin Salomon. Drei der Angeklagten ergriffen am Ende des Prozesses selbst noch einmal das Wort und entschuldigten sich für die Taten, sie sprachen von Reue und von Scham.

Der Angeklagte Z.K. im Schwurgerichtssaal des Landgerichts Karlsruhe
Der Angeklagte Z.K. im Schwurgerichtssaal des Landgerichts Karlsruhe Foto: Susann Bühler

Junge Frauen jahrelang auf den Karlsruher Straßenstrich geschickt

Seit 2022 hatten sich die Angeklagten nach und nach zu einer Gruppe zusammengeschlossen. Laut Anklageschrift hatten sie zehn Frauen aus Ungarn falsche Versprechungen gemacht und sie so nach Deutschland gelockt. Zum Teil wurden die Frauen dann für mehrere Monate - einige sogar für mehrere Jahre - unter Zwang auf den Karlsruher Straßenstrich geschickt.

Den Frauen wurden sämtliche Einnahmen durch die Prostitution von den Zuhältern abgenommen. Dieses Geld müssen die sieben Angeklagten laut Urteil nun zurückzahlen. Es geht dabei um Geldsummen zwischen 31.000 Euro und knapp 600.000 Euro.

Über den Prozessauftakt im November 2025 haben wir in diesem Artikel berichtet:

Karlsruhe

Vorwurf: Isoliert, misshandelt und Einnahmen abgenommen Frauen zur Prostitution gezwungen? Sieben Angeklagte vor dem Landgericht Karlsruhe

Sie sollen junge Frauen nach Deutschland gelockt und zur Prostitution gezwungen haben - gegen sieben Angeklagte beginnt am Donnerstag der Prozess vor dem Landgericht Karlsruhe.

Staatsanwaltschaft warf Angeklagten Profitgier vor

Laut Staatsanwaltschaft wurden die Frauen von den Angeklagten regelmäßig geschlagen, getreten und psychisch massiv unter Druck gesetzt. Unter Zwang hätten sie monatelang unter ständiger Aufsicht auf dem Karlsruher Straßenstrich Nacht für Nacht Freier bedienen müssen. Das Ziel sei gewesen, die Frauen zu isolieren und aus deren Tätigkeit den größtmöglichen Profit zu ziehen.

Die sechs Männer und eine Frau sitzen seit 13 Monaten in Untersuchungshaft. Gegen das Urteil kann laut Gericht Revision eingelegt werden. Das muss innerhalb einer Woche passieren.

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