Im Juli 2025: Mehr als 1,2 Millionen Klicks und 70.000 Likes für ein einziges Video. Damit hätten Helene (15), Marius (16) und Fabian (12) nicht gerechnet. Auf das Reel reagierte sogar die Handwerksinfluencerin Julia Schäfer (@tschulique). Mit einer Million Followern ist die Betonbaumeisterin eine echte Größe auf Instagram. "Wir waren baff", beschreibt Helene ihre Gedanken zum Erfolg des Clips.
In ihren Videos geht es nicht um die großen Maschinen oder besonders imposante Arbeitsaufnahmen. Die drei haben es sich stattdessen zur Aufgabe gemacht, zu erklären, worauf es in der Landwirtschaft ankommt - und was das Leben auf einem Hof ausmacht. Das kommt gut an auf Instagram. Inzwischen hat der Kanal Maag_Bauernhof rund 16.000 Abonnenten.
Landwirtschaft auf Instagram: So hat alles angefangen
"Des isch die Chefin", sagt Fabian, der jüngste der Maag-Geschwister, und zeigt auf Helene. Sie hatte die Idee für die Videos. Zu Anfang posteten die Kinder ihre Videos noch im Whatsapp-Status auf dem Smartphone ihrer Eltern. Im Jahr 2023 starteten die drei dann mit Instagram. Ihre Mission: zeigen, was so toll an der Landwirtschaft ist.
Für mich ist es der schönste Beruf. Man arbeitet den ganzen Tag draußen. Mal mit den Tieren oder auch für sich alleine auf dem Feld.
Marius erklärt, worin sich ihr Instagram-Account von anderen Agrar-Kanälen unterscheidet. "Die meisten machen Videos mit großen Traktoren. Wir wollen aber den Leuten etwas über Landwirtschaft erklären, auch wenn das vielleicht nicht so stark geklickt wird."
Die Rollen sind klar verteilt: Marius ist für Drohnenaufnahmen zuständig, Helene schneidet die Reels und vor der Kamera stehen meist alle zusammen. Von Feldarbeiten bis hin zum neuen Zuchtbullen, die drei Geschwister halten alles fest, was auf dem Hof passiert.
Natürlich wissen die Kids auch, dass nicht alle auf Social Media ihren Lebensstil nachvollziehen können. Mit kritischen Kommentaren gehen die drei allerdings entspannt um. Sie wissen, dass auch das dazu gehört, erklärt Marius.
Erfolg in den sozialen Medien: Was sagt der Papa?
Vater Reiner Maag unterstützt seinen Nachwuchs - auch wenn er den sozialen Medien nicht nur positive Dinge abgewinnen kann. "Für mich ist es ein Zeiträuber", so der Vater. Aber: Von der Leistung seiner Kinder ist er dennoch beeindruckt und er freut sich über den großen Zuspruch, den die Videos erhalten.
Für ihn selbst wäre das alles allerdings nichts, er hält sich raus. "Ich bin Landwirt und kein Filmemacher", sagt der Hofbesitzer.
Die haben ein Händchen für die Videos. Die laufen über den Hof und sehen etwas, was mir nicht aufgefallen wäre.
Arbeiten in der Landwirtschaft: Wie geht es für die Kinder weiter?
Obwohl der Vater sich sehr freut, dass seine Kinder so engagiert in der Landwirtschaft arbeiten, ist klar, dass nicht alle auf dem Hof bleiben können. Marius ist bereits in der Ausbildung als Landwirt und wird den Hof wohl übernehmen. Die anderen beiden haben einen Plan B.
Helene könnte sich eine Karriere als Zimmerfrau vorstellen, erzählt sie. Aber: "Vielleicht finde ich ja noch einen Bauern", sagt sie schmunzelnd. Auch Fabian weiß, was er will: "Metzger, dann kann ich die Tiere auch verarbeiten", erklärt der Jüngste. Er möchte seinen Bruder aber dennoch auf dem Hof unterstützen.
Die Zukunft des Hofes ist gesichert und auch der Instagram-Kanal wächst stetig. Die Kinder haben noch einiges vor. Gerne würden sie noch die Geburt eines Kälbchens filmen. Bisher hatte das nicht geklappt, aber die drei sind sich sicher, dass es bald gelingt.