Die Temperaturen sind seit Wochen hoch. Jetzt hat die Hitze ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Mit Temperaturen von bis zu 37 Grad in der Karlsruher Innenstadt. Für den menschlichen Körper stellen solche Temperaturen eine enorme Belastung dar. Manche müssen in die Notaufnahme, zum Beispiel ins Städtische Klinikum Karlsruhe.
Eine belastende Situation auch für das Klinikum selbst, könnte man meinen. Doch das Personal in der Notaufnahme hat die Situation im Griff.
Die Kollegen in der Notaufnahme sind einiges gewöhnt. Die Patientenzahl bei uns ist sehr hoch. Die Spitze waren 230 innerhalb von 24 Stunden.
Notaufnahme im Klinikum: Krankheitsbild bei Hitze anders
Für das Personal in der Notaufnahme sind viele Patienten Normalität. In der Regel behandle man auf der Station innerhalb von einem Tag 130 bis 200, erzählt Bojana Durić von der Pflegeleitung. Bei 130 Patienten pro Tag spricht Durić sogar von einem "eher entspannten Tag". An diesem heißem Juli-Mittag scheint es kaum Besonderheiten zu geben. Wegen Kreislaufproblemen wurden bislang sieben Menschen behandelt. Grundsätzlich kommen die meisten Patienten gegen 11 und dann gegen 17 Uhr in die Notaufnahme, in der Nacht hat das Personal dann etwas weniger zu tun.
Die reine Fallzahl an behandelten Menschen bleibt im Vergleich zu anderen Jahreszeiten ähnlich. Was sich in dieser heißen Sommerzeit allerdings ändert, ist das Krankheitsbild, so der Oberarzt der zentralen Notaufnahme Dr. Simon Hauser: "Wir haben im Sommer kaum Atemwegserkrankungen, dafür viel mehr Kreislaufbeschwerden, Kollapse und kurzzeitige Bewusstseinsverluste durch Blutdruckabfall".
Welche Gruppen sind am häufigsten von der Hitze betroffen?
Neben Babys, Kleinkindern, Schwangeren und Menschen mit Vorerkrankungen sind vor allem Menschen über 65 anfällig für Hitzschläge. Laut dem leitenden Notarzt im Rettungsdienstbereich Dr. Björn Bergau ist das auch die Gruppe, die am häufigsten wegen eines Hitzschlags in der Klinik landet. Meistens mit Kreislaufproblemen und dehydriert müssen sie entsprechend behandelt werden.
Wetterbedingungen machen dem Personal zu schaffen
Neben den Patienten hat allerdings auch das Personal mit der Hitzewelle zu kämpfen. Zwar gibt es im Klinikum eine Belüftungsanlage, die kalte Luft zuführt. Die steht allerdings nicht in allen Räumlichkeiten zur Verfügung. Das führt dazu, dass in gewissen Bereichen manchmal auch mit einem kalten Handtuch auf dem Nacken gearbeitet werden muss. Allerdings bemühe man sich, dem Personal genügend Pausen zu verschaffen, heißt es hier.
Welche Tipps empfiehlt man, um den Gang in die Notaufnahme zu vermeiden?
Bei extremen Hitzetagen ist die Gefahr, einen Hitzschlag zu bekommen, sehr hoch. Um einen Hitzschlag zu vermeiden sollte man viel trinken, zwei bis drei Liter Wasser am Tag. Von Alkohol und Kaffee ist abzuraten, weil diese Getränke den Kreislauf belasten. Neben ausreichend Flüssigkeiten sollte man auch für Sonnenschutz sorgen. Das heißt Eincremen, helle Kleidung, Kopfbedeckung und Schatten. Genauso wichtig ist es aber, auf Menschen zu achten, die besonders gefährdet sind.
Die Schattenseiten des Sommers Hitzewellen – dramatische Folgen für unsere Gesundheit
Wie gefährlich Hitze für uns werden kann, wer besonders gefährdet ist, wie wir vorbeugen und was wir bei der Einnahme von Medikamenten beachten sollten
Was tun, wenn es zu einem Hitzschlag kommt?
Der Notarzt im Klinikum betont, dass man zuerst auf die Anzeichen eines Hitzschlags achten sollte. Dazu gehören erhöhte Körpertemperatur, heiße und trockene Haut, beschleunigter Puls, Müdigkeit und Erschöpfung sowie Schwindelgefühl, Verwirrtheit und Halluzinationen.
Wenn jemand in Ihrem Umfeld Symptome eines Hitzschlags zeigt, sollten Sie sofort den Notruf 112 wählen.
Der Arzt betont außerdem, dass man bei betroffenen Personen überprüfen sollte, ob diese noch bei Bewusstsein sind, sie schnellstmöglich in den Schatten bringen und ihnen etwas zu trinken anbieten sollte. Zusätzlich kann man den Körper mit feuchten Tüchern kühlen.