Invasive Arten

Asiatische Hornisse: Nest in Gully überrascht selbst Experten

Es gibt immer mehr Asiatische Hornissen, aber es gibt auch immer mehr Nestentferner. Einer von ihnen ist Harald Wiedemann. Manchmal wundert sich auch der Experte noch.

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Von Autor/in Heiner Kunold

Sie ist eine der erfolgreichsten invasiven Insektenarten in Deutschland: Die Asiatische Hornisse nistet fast überall. Nestentferner Harald Wiedemann aus Ubstadt-Weiher (Kreis Karlsruhe) hat sie kürzlich in einem Straßenkanal entdeckt - und entfernt. Bei der Bekämpfung der Asiatischen Hornissen ist der Karlsruher Feuerwehrmann Harald Wiedemann ein Mann der ersten Stunde. Im Jahr 2014 hat er das erste Nest im Land bei Waghäusel (Kreis Karlsruhe) entdeckt und seitdem Hunderte weitere entfernt - von Bäumen, aus Garagen oder von Balkonen.

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Eine Asiatische Hornisse sitzt auf ihrem Nest

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Eine der erfolgreichsten invasiven Arten im Land ist die Asiatische Hornisse. Die Zahl der Nester hat sich im Vergleich zum Vorjahr wieder verdoppelt. Wie können sie entfernt werden?

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Fußballgroßes Nest der Asiatischen Hornisse

Aber manchmal schüttelt auch der Hornissenfachberater den Kopf: Sowas hatte er noch nicht. Da hing das fußballgroße Nest der Asiatischen Hornisse in einem Abwasserschacht unter einer häufig befahrenen Straße im Ubstadt-Weiherer Ortsteil Zeutern. Das Nest war von den Insekten kunstvoll von innen an den Kanaldeckel geklebt worden. Hier kann der Nestentferner natürlich nicht mit seiner Wasserdampflanze angreifen. Stattdessen kommt der Feuerwehrmann in einem Schutzanzug und mit einem Staubsauger.

Hornissenfachberater Harald Wiedemann entfernt ein Nest der Asiatischen Hornisse aus einem Abwasserschacht. Er trägt einen Schutzanzug.
Hornissenfachberater Harald Wiedemann entfernt ein Nest der Asiatischen Hornisse in Ubstadt-Weiher/Zeutern (Landkreis Karlsruhe) aus einem Abwasserschacht

Vorsichtig klebt Harald Wiedemann zunächst sämtliche Öffnungen des Kanaldeckels mit einem dicken Gewebeband ab. Er lässt lediglich eine einzige offen. Dann kommt der große gelbe Industriesauger. Jede Hornisse, die aus dem Loch herauswill, wird eingesaugt. Bei Außentemperaturen von über 30 Grad ist das im Schutzanzug eine mühsame und schweißtreibende Arbeit. Aber Wiedemann ist hartnäckig. Und den Schutzanzug lässt er trotz der Temperaturen lieber an.

Hornissen-Nest wird mit dem Staubsauger entfernt

Um die Asiatischen Hornissen im Gully ein bisschen aufzuscheuchen, hebt Wiedemann immer wieder den Rand des Gullydeckels mit einem großen Schraubenzieher um ein paar Zentimeter an und lässt ihn dann wieder zuschnappen. Die Masche funktioniert. In weniger als einer Viertelstunde hat er auf diese Weise an die 200 asiatischen Hornissen mit seinem Staubsauger gefangen.

Und jetzt wird es noch einmal spannend: Der Hornissenexperte der Karlsruher Feuerwehr hebt nun den Kanaldeckel komplett ab. Das Nest kommt zum Vorschein. Es ist offenbar schon vor einiger Zeit von der Unterseite des Deckels abgefallen und liegt im Fangkorb des Abwassergullys.

Die Hornissen scheint das aber nicht gestört zu haben. Sie haben einfach immer weiter an ihrem Nest gearbeitet. Der fast kugelrunde Papierkörper ist schon so groß geworden, er passt fast nicht mehr in den Kanalschacht hinein. Es ist ein sogenanntes Primärnest. Vielleicht stand hier demnächst ja ein Umzug an?

Die Brut der Asiatischen Hornisse
Die Brut der Asiatischen Hornisse

Asiatische Hornisse baut oft zweites Nest

Es ist eine Besonderheit der Asiatischen Hornisse: Ihre Völker bauen im Verlauf eines Jahres oftmals zwei Nester: dem Primär- oder Embryonalnest folgt ein Sekundärnest. Das ist ein Bau, der die Größe eines Medizinballs erreichen kann. Solche Nester werden häufig in großer Höhe in Baumkronen oder auch mal an der Wand eines Steinbruchs errichtet.

Das Hornissenvolk in Zeutern war offenbar noch nicht ganz so weit. Harald Wiedemann fackelt nicht lange. Die im Industriesauger gefangenen Insekten werden mit CO2 betäubt und anschließend verbrannt. Auf diese Weise erwischt Wiedemann auch die ungeschlüpfte Brut.

Harald Wiedemann war vielleicht einer der Ersten - inzwischen ist er einer von rund 200 Nestentfernern der Asiatischen Hornisse in Baden-Württemberg. Und die Zahl nimmt immer weiter zu. Wer ihre Hilfe benötigt, findet den Kontakt auf der Website der Landesanstalt für Bienenkunde bei der Uni Hohenheim.

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