"Mein Tumor war so groß wie ein Tennisball"

Weltkrebstag: Den Krebs besiegt - dank individueller Therapie in Heilbronn

Stefan Hanke hat Bauchspeicheldrüsenkrebs. Oft ein Todesurteil, er hat aber überlebt. Dank einer individuellen Therapie in Heilbronn geht es ihm wieder sehr gut.

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Von Autor/in Ute Koboldt

Die Heilbronner SLK-Kliniken melden zum Weltkrebstag am Mittwoch Erfolge bei der Krebsbehandlung. So wird bei der personalisierten Medizin jeder Tumor individuell behandelt. Professor Uwe Martens von den SLK-Kliniken ist davon überzeugt, dass personalisierte Medizin die Zukunft ist.

Heilung von Bauchspeicheldrüsenkrebs dank personalisierter Medizin

Stefan Hanke aus dem Kreis Karlsruhe war Mitte 50, als er vor vier Jahren die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs erhält. Der Tumor war fast so groß wie ein Tennisball. Eine Operation kam nicht infrage, zwei Chemotherapien schlugen nicht an. Noch schlimmer: Der Tumor war sogar noch gewachsen. Hanke wog gerade noch 66 Kilogramm. Er konnte nur noch mit starken Schmerzmitteln leben.

In einer Nacht ist mein [Schmerz-]Pflaster abgegangen. Ich habe dann drei, vier Stunden lang gespürt, wie heftig die Schmerzen ohne entsprechende Medikamente waren, wo Ibuprofen eben gar nichts mehr geholfen hat. In der Nacht hatte ich richtig Angst.

Studie mit individueller Therapie an Heilbronner Klinik bekämpft den Tumor

Seine Überlebenschancen sind nicht gut. Die letzte Option: die Teilnahme an einer Studie an den SLK-Kliniken in Heilbronn. Dort wird eine Gewebeprobe des Tumors entnommen und zusammen mit dem Molit-Forschungs-Institut das persönliche "Krebsmuster" des Patienten gesucht, also die DNA des Tumors analysiert. Und die ist so individuell wie ein Fingerabdruck. Mithilfe einer großen Datenmenge sucht man ein Medikament, das sich auf die Krebszelle setzt und dem Körper klar macht, dass es eine Krebszelle ist und sie bekämpft.

Stefan Hanke hat die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs bekommen. Sein Tumor war so groß wie ein Tennisball. Er wird per Computertomographie kontrolliert.
Stefan Hanke hat die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs bekommen. Sein Tumor war so groß wie ein Tennisball. Er wird per Computertomographie kontrolliert.

Tennisball-großer Tumor schrumpft in den ersten zwei Wochen um ein Drittel

Stefan Hanke hatte Glück. Es gab Medikamente, die sofort anschlugen. Der Tumor schrumpfte innerhalb von zwei Wochen schon um ein Drittel. Es war im CT (Computertomographie) deutlich zu erkennen. Stefan Hanke fühlte sich schnell wieder besser, denn diese auf ihn zugeschnittene Medikamenten-Therapie greift nur den Tumor an und nicht den ganzen Körper.

An dem Tag ging es mir besser. Ich war unendlich müde, weil mein Immunsystem zu tun hatte und das heißt alle Energie ging auf das Wegknabbern des Tumors. Und ja, das habe ich wirklich praktisch von der ersten Stunde, in denen ich die Tabletten bekommen hab, gespürt.

Tumor nach einem Jahr nicht mehr nachzuweisen

Innerhalb von einem guten Jahr war der Tumor nicht mehr zu erkennen, nur noch vernarbtes Gewebe. Im Rahmen der Studie wird per CT alle drei Monate die Tumorgröße kontrolliert, das Blut (Flüssigbiopsie) auf Tumor-DNA kontrolliert und per Fragebogen die Lebensqualität festgehalten. Hanke ist heute fit, arbeitet wieder und sollte sich was ändern, werden die Medikamente angepasst.

Personalisierte Medizin ist die Zukunft - Daten helfen weltweit

Im Heilbronner Tumorzentrum werden alle Daten gesammelt, um sie weltweit auch für andere Patienten nutzen zu können. Und mit anderen Zentren auszutauschen. Für Professor Uwe Martens ist die personalisierte Medizin die Zukunft, um den Krebs zu bekämpfen.

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