Die Konsumlaune in Deutschland ist so schlecht wie seit drei Jahren nicht mehr: Neuer Schwung muss her. Und da setzt der Sporthandel auf einen alten, aber oft verlässlichen Stimmungsmacher: Fußball. Vor allem Intersport mit Sitz in Heilbronn hat große Hoffnungen. Die Lager seien voll mit Trikots und Fanartikeln, die rund 700 Händler vorbereitet, sagte Vorstandschef Alexander von Preen, der auch Präsident des Handelsverbands Deutschland (HDE) ist.
Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko soll Aufschwung bringen
"Die Konsumstimmung ist auf einem Drei-Jahres-Tief", so von Preen. Gerade deshalb könne die Fußball-Weltmeisterschaft ein wichtiger Impulsgeber werden. In schwierigen Zeiten suchten Menschen Gemeinschaft und Ablenkung - und griffen häufiger zu bunterer Kleidung. Wenn die deutsche Nationalmannschaft erfolgreich spiele, werde sich das auch im Handel bemerkbar machen.
Und genau hier setzt die Branche an: Mit Trikots, Fanartikeln und Public-Viewing-Stimmung will man die Menschen in die Läden locken. Schon bei der Heim-EM 2024 hatte Intersport eine halbe Million Trikots verkauft. Besonders das pinkfarbene Auswärtstrikot der deutschen Nationalmannschaft entwickelte sich damals zum Überraschungshit.
Diesmal laufen laut von Preen vor allem die weißen Heimtrikots der DFB-Elf stark. Aber auch das dunkle Auswärtstrikot komme bei den Fans gut an, sagte er.
Intersport, Decathlon und Sport 2000: Trikots längst mehr als Fanartikel
Die WM ist für den Sporthandel längst mehr als nur ein reines Fußballgeschäft: Trikots gelten inzwischen als Lifestyle-Produkt und sind laut Konkurrent Decathlon schon lange "kein reines Stadion-Outfit mehr". Genau darin sieht Decathlon enormes Potenzial. Das Unternehmen spricht von einem "Katalysator" für höhere Umsätze - sowohl online als auch in den Filialen.
Und auch Sport 2000 erwartet in einem WM-Jahr ein Umsatzplus von rund zwei Prozent. Im Teamsport-Segment seien sogar Zuwächse von bis zu zehn Prozent möglich. Je näher das Turnier rücke, desto stärker würden Kaufimpulse und Kundenfrequenz steigen. Kein Wunder, wartet die Branche jetzt nur noch auf den Anpfiff.