Der Abwärtstrend bei Audi mit einem Werk in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) setzt sich fort. Der Autobauer aus dem Volkswagen-Konzern hat im ersten Quartal erneut deutlich weniger verdient. US-Zölle und der schwächelnde China-Markt ziehen die Bilanz spürbar nach unten. Das geht aus einer aktuellen Mitteilung des Konzerns hervor. Der Druck auf Audi, schneller zu sparen und effizienter zu werden, wächst.
Gewinn bei Audi sinkt zum vierten Mal in Folge
Audi hat im ersten Quartal nach Steuern 559 Millionen Euro verdient. Das sind gut elf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Damit steht fest: Es ist bereits der vierte Rückgang in einem ersten Quartal in Folge. Und auch der Umsatz ging zurück - von 15,4 auf 14,2 Milliarden Euro. Betroffen ist demnach der gesamte Audi-Konzern inklusive Bentley und Lamborghini.
Finanzchef Jürgen Rittersberger spricht von "erheblichem Handlungsdruck". Der Konzern treibe deshalb "Kosten- und Effizienzprogramme konsequent voran" - heißt: Im ganzen VW-Konzern wird derzeit darüber diskutiert, wie weiter gespart werden kann. Rittersberger betonte allerdings erneut, wie bedeutend das Werk in Neckarsulm für Audi sei. Es sei "modern aufgestellt und gut ausgelastet" und ein "ganz entscheidendes Werk" für
Audi.
Gerüchten zufolge steht das Werk in Neckarsulm allerdings auf der Kippe: Auslöser ist ein Bericht des "Handelsblatts" über interne Diskussionen im Volkswagen-Konzern über eine weitere Reduzierung von Kapazitäten in Deutschland - bis hin zu möglichen Werksschließungen. In einer Stellungnahme dazu an den SWR heißt es: Es gebe "noch keine Entscheidung zu weiteren Kapazitätsanpassungen an deutschen Audi‑Standorten."
Gerüchte über Werksschließung Audi unter Druck: Steht das Werk Neckarsulm im Fokus neuer Sparpläne?
Gerüchte um mögliche Kapazitätskürzungen sorgen für Unruhe bei Audi. Besonders das Werk Neckarsulm rückt in den Fokus. Noch gibt es aber keine offiziellen Entscheidungen.
US-Zölle kosten dreistelligen Millionenbetrag
Unter anderem sorgt das China-Geschäft für Sorgenfalten bei Audi. Dort verdiente der Konzern sehr viel weniger. Der Beitrag zum Finanzergebnis ist den Angaben zufolge massiv eingebrochen - von 170 Millionen Euro im Vorjahr auf nur noch 28 Millionen Euro.
Doch der zentrale Belastungsfaktor bei den aktuellen Gewinneinbußen dürften die US-Zölle sein. Die haben laut Finanzchef Rittersberger einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag gekostet. Klar ist: Ohne die US-Zölle wäre der Gewinn bei Audi im ersten Quartal wohl sogar gewachsen.
Und wie sich die neuesten Ankündigungen des US-Präsidenten Donald Trump auswirken werden, sei derzeit noch gar nicht absehbar: Trump will die Zölle von 15 auf 25 Prozent auf europäische Autos erhöhen. Das treffe dann vor allem Hersteller, die nicht in den USA bauen.
Ausblick: Geländewagen Q5 kommt aus Mexiko
Und in dem Zusammenhang könnte sich noch eine weitere Entscheidung als strategischer Nachteil erweisen: Audi hatte sich entschieden, den Geländewagen Q5 für den US-Markt nicht direkt in den Vereinigten Staaten zu produzieren, sondern in Mexiko. Für Autos aus Mexiko fallen in den USA aber noch höhere Zölle an als für Fahrzeuge, die direkt aus Deutschland exportiert werden - derzeit liegt der Satz bei 27,5 Prozent.