Seit dem 1. Oktober 2025 müssen Arztpraxen, Kliniken und Apotheken die elektronische Patientenakte (ePA) führen. Sofern die Patientinnen und Patienten nicht widersprochen haben, fließen dort bestimmte medizinische Daten ein. Doch auch heute noch hakt es immer wieder, berichtet der Allgemeinmediziner Tobias Neuwirth aus Neckarsulm (Kreis Heilbronn). Dabei gibt es das System schon seit dem April.
ePA: Meistens funktioniert es, aber manchmal gibt es Probleme
Im Großen und Ganzen funktioniere erst einmal alles gut, erklärt Neuwirth im SWR-Gespräch. Doch immer wieder komme es nach wie vor zu technischen Problemen. Neuwirth berichtet davon, dass die ePA bei manchen seiner Patientinnen und Patienten einfach nicht funktioniere. "Und keiner weiß, warum. […] Aber wir geben unser Bestes", versichert er. Dass es hakt, kennt er seit April, als die ePA zunächst auf freiwilliger Basis eingeführt wurde.
Und Neuwirth hängt sich in Sachen Digitalisierung rein. Schon beim eRezept präsentierte er seine eigene digitale Infrastruktur. Das zeigt, wer sich selbst darum kümmert und auch auskennt, kommt weiter. Doch das kann nicht in allen Praxen funktionieren - auch aus zeitlichen Gründen.
Kritik von Ärzten und Patienten Viel Ärger um elektronische Patientenakte? Wo es noch hakt
Die elektronische Patientenakte (ePA) gibt es inzwischen bundesweit. Ärzte üben Kritik am System. Patienten sind unterschiedlicher Meinung, fragen vor allem nach dem Datenschutz.
Laut Neuwirth mehr Aufwand durch Pflicht zur ePA in der Praxis
Den zusätzlichen Aufwand, die Daten in die ePA einzutragen, den gebe es, bestätigt der Neckarsulmer Arzt. Es müssen Berechtigungen geprüft, Dokumente angelegt und hochgeladen werden. Das verlängert Routineabläufe, besonders wenn die Technik nicht sofort mitspielt - dann entstehen auch Wartezeiten für die Patienten. Hinzu kommt, dass auch in der Bevölkerung das Thema ePA einfach noch nicht so richtig angekommen zu sein scheint. Seine Patienten fragten oft, "Was? Machen Sie das schon?", berichtet er.
Sobald er es dann aber erkläre, fänden es zumindest die meisten gut. Und wo es funktioniere, helfe es auch, weil die medizinischen Daten der Patienten einfacher abgerufen werden können und der Austausch damit auch schneller funktioniert. Das Fazit, das Neuwirth zieht: "Ich denke, es ist eine gute Sache. Es muss halt klappen und funktionieren."