Der Konzeptkünstler Ottmar Hörl aus Wertheim (Main-Tauber-Kreis) hat für Mozarts 270. Geburtstag 320 goldene, etwa 50 Zentimeter große Skulpturen des Komponisten entworfen und anfertigen lassen. Seit Mitte Juli waren sie in Mozarts Geburtsstadt Salzburg in Österreich im Mirabellgarten ausgestellt. 210 sind inzwischen verschwunden, wurden wohl gestohlen. Die Ausstellung wurde abgebrochen. Der Frust bei Ottmar Hörl sitzt tief.
Das Schlimmste für einen Künstler ist, wenn sich seine Arbeit auflöst.
Kein hoher Wert, trotzdem frustrierend
Der möglicherweise erhoffte Millionen-Coup war das für die Diebe allerdings nicht. Für 90 Euro sollten die Figuren nach der Ausstellung jeweils über den Tisch gehen. Ob die jetzt überhaupt weiterverkauft werden können? Fraglich. Hörl bleibt trotzdem auf einem Schaden von knapp 20.000 Euro sitzen.
Künstler geht von organisiertem Diebstahl aus
Er glaubt auch nicht, dass da Touristen einfach zugegriffen und sich ein schönes Souvenir mit nach Hause genommen haben - der Mirabellgarten ist ein Touristen-Hotspot in Salzburg. Die Kunststofffiguren seien wohl nachts aus dem öffentlichen Park gestohlen worden, wenn abgeschlossen ist, vermutet der Künstler selbst.
Das ist organisierter Diebstahl.
Hörl dürfte auch deshalb besonders frustriert sein, da es nicht das erste Mal ist, dass seine Kunstwerke gestohlen werden. In Bayreuth sind vor drei Jahren 100 seiner Figuren von Richard Wagner verschwunden.
Goethe, Hölderlin, Mozart: Hörl hat sie alle verkleinert
Hörl ist bekannt für seine kleinen Armeen berühmter Persönlichkeiten. Auch Goethe oder Hölderlin gab es von Hörl schon im Miniaturformat. Die übrig gebliebenen 110 Mozart-Figuren sind jetzt ins Mozarteum und in Mozarts Geburtshaus in Salzburg umgezogen, da kann man sie noch live sehen.