Milliardenkosten für Stellenabbau und Werksschließungen

Drohendes Aus von Audi in Neckarsulm: Von Zweirädern zur Rüstungsindustrie?

Für das Audi-Werk in Neckarsulm muss ein Konzept her. Doch wie konnte es so weit kommen? Und kommt jetzt die Rüstungsindustrie ins Spiel?

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Einst eine Strickmaschinen-Produktion, später Zweiräder, heute hochwertige Sportautos: Das Audi-Werk in Neckarsulm (Kreis Heilbronn) hat eine lange Historie mit viel Mut zum Wandel - bis zu einem gewissen Punk. Denn jetzt droht das Aus der Produktion dort. Mit dem schwebenden Damoklesschwert kommen auch neue Ideen zur Nutzung ins Spiel - unter anderem die Wehrindustrie. In Osnabrück (Niedersachsen) scheint sie schon die Antwort: Das VW-Werk dort soll Rüstungsstandort werden. Für Neckarsulm hingegen ist noch alles offen.

Audi-Standort Neckarslum hat Potenzial

Daniel Nill ist Perspektivprofessor an der Fakultät Wirtschaft der Hochschule Heilbronn (HHN). Er sagt: Um ein Werk mit seinen Beschäftigten wie in Neckarsulm langfristig zu sichern, dürften nicht mehr ausschließlich die Produkte, die gefertigt werden, im Vordergrund stehen. Stattdessen müssten "die Stärken des Standorts mit neuen Technologien, Märkten und Geschäftsmodellen" verbunden werden.

Die Grundlagen hier vor Ort seien da: industrielle Infrastruktur, jahrelanges Fachwissen. Jetzt gehe es darum, offen für neue Technologien und Produkte zu sein. Hier könnte die Industrie auch mit dem Heilbronner KI-Ökosystem "auf einen zusätzlichen Standortvorteil" setzen.

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Bei VW soll gespart werden. Davon dürften auch Stellen bei Audi betroffen sein. Gibt es andere Möglichkeiten? Einige Angestellte haben da andere Ideen als Stellenabbau.

Ist Rüstungsindustrie ein Lösungsansatz?

In Osnabrück scheint das schon umgesetzt zu werden: Der Volkswagen-Konzern plant, das hiesige Werk an den israelischen Finanzinvestor Aurelius und das Land Niedersachsen zu verkaufen. Dann würden hier Rüstungsgüter entstehen. So sei zumindest ein Teil der Arbeitsplätze gesichert, eine Perspektive für 1.400 von 1.8000 Mitarbeitenden würde entstehen und das VW-Werk weiter genutzt.

Die vielen Veränderungen - technologisch, demografisch und auch im Wettbewerb - seien seit Jahren absehbar gewesen, heißt es von Professor Nill. Notwendige Entscheidungen nicht zu fällen, mache keinen Sinn. Ob auch in Neckarsulm eines Tages Rüstungsgüter produziert werden, ist offen. Noch ist das Aus für Audi hier auch nicht besiegelt. Und hinnehmen wollen es weder Politik, Verbände, noch Gewerkschaft und Mitarbeitende.

Aktionen an den Standorten stehen an

Denn sie wollen Zeichen setzen: Am 21. September plant die Gewerkschaft IG Metall einen bundesweiten Protesttag mit Aktionen an Automobilstandorten, wohl auch in Neckarsulm. Am 8. Oktober wird VW-Chef Oliver Blume zur Betriebsversammlung im Audi-Werk Neckarsulm erwartet. Auch hier werden alle Augen auf den CEO gerichtet sein.

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SWR

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