Ähnlich wie andere Landkreise in Baden-Württemberg steht auch der Hohenlohekreis unter Spardruck. Im Sozialbereich sollen deswegen Zuschüsse gestrichen werden. So soll unter anderem nach einem Antrag der CDU-Fraktion der Zuschuss für die Tagesstätten für psychisch kranke Menschen entfallen. Darüber wird am Dienstag im Sozialausschuss des Kreistags beraten.
Die Betreiberin Caritas und die Verwaltung warnen vor den Kürzungen, denn dadurch würden die Kosten für die Gesellschaft deutlich wachsen. Mattea Zahn ist Leiterin für ambulante Hilfen und sagt, die Tagesstätte werde mit rund 50 Menschen gut besucht. Sie hätten zum Beispiel Angst- oder Persönlichkeitsstörungen, die Ihnen den Alltag erschweren würden.
Tagesstätte dämpft Kosten beim Sozialamt
Zwei Drittel der Betroffenen brauchen über die Tagesstätten hinaus keine weitere Hilfe, erklärt Mattea Zahn. Dort werde zum Beispiel geübt, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen, gemeinsam Briefe geöffnet, die sonst vielleicht liegen blieben oder es wird zusammen Sport gemacht. "Mit der Tagesstätte erreichen wir Menschen, für die es oft schon schwer ist, einfach den Alltag zu bewältigen. Da kann die Tagesstätte der Anlass sein, dass man morgens aufsteht, […] und den Tag überhaupt aktiv gestaltet." Hier könnten Sie Menschen treffen, die dieselben Probleme haben wie sie.
Die Tagesstätte ist für die Menschen so wichtig, weil sie einfach dort so sein können, wie sie sind.
Auch die Verwaltung rechnet vor, dass die Tagesstätten unbürokratisch andere staatliche Leistungen entlasten. Denn wenn mehr Betroffene persönlich Hilfe von einer Fachkraft bräuchten, dann koste das jede Stunde 114 Euro pro Woche, heißt es in der Stellungnahme. Die Kosten pro Person an einem Tag in der Tagesstätte beliefen sich dagegen auf 31 Euro, rechnet die Verwaltung vor, wenn elf Menschen am Tag kommen würden.
Insgesamt kostet der Zuschuss den Kreis 71.000 Euro pro Jahr. Die restlichen Kosten von 50.000 Euro bezahle der Sozialverband Caritas, unter anderem aus Kirchenmitteln, erläutert Leiterin Mattea Zahn. Die teure Begleitung zuhause werde zudem vom Sozialamt bezahlt - einer Einrichtung des Kreises und nicht der allgemeinen Pflegekasse zum Beispiel, betont Zahn. Somit würden für den Landkreis erneut hohe Kosten entstehen.
Weitere Kürzungen bei Sozialleistungen im Hohenlohekreis werden geprüft
Im Sozialausschuss werden auch über Zuschüsse für die psychosoziale Beratungs- und ambulante Behandlungsstelle für Suchtkranke und Suchtgefährdete im Hohenlohekreis beraten, sowie über den Zuschuss für die Kulturstiftung des Hohenlohekreises.
Im August hatte der Kreistag schon einzelne Sparmaßnahmen zurückgenommen, andere bleiben: So bleiben die Frühen Hilfen durch Familienhebammen und die Stelle für einen Gleichstellungsbeauftragten. Abgeschafft werden soll der Integrationsbeauftragte. Über die Abschaffung des Datenschutzbeauftragten entscheidet wegen eines Vetos des Landrats das Regierungspräsidium in Stuttgart.