Im Heilbronner Stadtteil Klingenberg dürften rund 60 Grundstückeigentümerinnen und -eigentümer ziemlich überrascht gewesen sein, als im September Briefe mit Mahngebühren und Säumniszuschlägen im Briefkasten lagen - womöglich sind es noch einige mehr. Die entsprechenden Abfallgebührenbescheide fehlten allerdings. Die hätten eigentlich schon im Juli zugestellt werden müssen. Zuerst hatte die "Heilbronner Stimme" über die Mahngebühren berichtet. Inzwischen hat die Stadt eine Erklärung abgegeben und weist die Schuld von sich.
Keinen Gebührenbescheid erhalten? Das können Betroffene in Heilbronn nach der Panne tun
Wie die Stadt auf SWR-Anfrage bestätigt, kam es beim Versenden der Bescheide tatsächlich zu einer Panne. Was bislang erörtert werden konnte: Bei den Entsorgungsbetrieben seien die 20.600 Gebührenbescheide ordnungsgemäß erstellt worden. Auch der beauftragte IT-Dienstleister habe die Dokumente korrekt gedruckt und zum Versand weitergegeben. Das sei auch dokumentiert, betont die Stadt. Der Briefdienstleister wiederum habe inzwischen eingeräumt, dass dann die eigentliche Zustellung der Bescheide wohl nicht vollständig erfolgt ist.
Wer von einer solchen Mahnung ohne vorherigen Gebührenbescheid betroffen ist, sollte sich der Stadt zufolge direkt an die Entsorgungsbetriebe wenden, Widerspruch einlegen und darauf hinweisen, dass der Jahresbescheid nicht zugestellt worden sei. Einerseits bekommt man dann eine neue Ausfertigung des eigentlichen Bescheids. "In berechtigten Fällen", wie es vonseiten der Stadt heißt, wird auf die Mahngebühren und Zuschläge verzichtet.
Verschollene Dokumente: Immer wieder verschwindet die Post - zum Beispiel im Mülleimer
Dass in der Post wichtige Dokumente verschwinden, kommt immer wieder vor. Die Gründe sind unterschiedlich. Warum beispielsweise in Schwäbisch Hall im März 2025 Grundsteuerbescheide nie angekommen und der Stadt zufolge in der Post verschwunden sind, blieb ein Rätsel. Zwei Monate zuvor wurden in Weinsberg (Kreis Heilbronn) nicht zugestellte Briefe in einer Mülltonne gefunden. Die Polizei machte eine damals 28-jährige ehemalige Mitarbeiterin von DHL dafür verantwortlich.
Im Jahr zuvor fanden zwei Männer in Flein (ebenfalls Kreis Heilbronn) insgesamt 1.800 nicht zugestellte Sendungen in einem Altpapiercontainer. Was in Heilbronn-Klingenberg genau schiefgelaufen ist, muss jetzt geklärt werden. Noch warte die Stadt auf eine Rückmeldung des Versanddienstleisters zur genauen Ursache und dem gesamten Umfang, heißt es weiter. Um welchen Versanddienstleister es sich genau handelt, teilte die Stadt allerdings nicht mit.