Mehr Nachhaltigkeit und weniger Abfälle

Second Hand statt Mülltonne: In Freiburg eröffnet ein riesiges Gebrauchtwarenkaufhaus

In Freiburg eröffnet am 8. August ein neues Gebrauchtwarenkaufhaus. Die "Fundfabrik" bietet 120.000 Second-Hand-Artikel. Viele Gegenstände stammen von Freiburger Recyclinghöfen.

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Von Autor/in Mario Schmidt

"Der neue zentrale Ort für Nachhaltigkeit in Freiburg", hofft Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) bei seiner Eröffnungsrede für das neue Gebrauchtwarenkaufhaus. Die "Fundfabrik" bietet auf 3.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche rund 120.000 gebrauchte Gegenstände zum Verkauf an. Am 8. August wird der große Second-Hand-Shop beim Recyclinghof St. Gabriel im Freiburger Norden zum ersten Mal geöffnet.

Viele Spenden und abgegebene Waren auf den Wertstoffhöfen

Die meisten Gegenstände haben die Mitarbeitenden der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF) in den vergangenen zwei Jahren auf den Recyclinghöfen der Stadt gesammelt. Nachdem sie aufbereitet wurden, gehen sie nun in den Verkauf - zu fairen Preisen, wie Horn findet.

Kleiderständer im Gebrauchtwarenkaufhaus Freiburg
Im Gebrauchtwarenkaufhaus gibt es eine große Auswahl an Second-Hand-Kleidung

Das neue Gebrauchtwarenkaufhaus steht im Freiburger Norden. In der Liebigstraße 16, nahe dem Flugplatz, kann man dienstags bis samstags dort einkaufen - die meisten Artikel kosten nur wenige Euro. Besuchende entdecken in dem dreistöckigen Neubau eine bunte Auswahl: Neben Haushaltsgegenständen, Sportartikeln, Möbeln und einem großen Sortiment an Second-Hand-Kleidung gibt es unter anderem auch Bücher, Kuckucksuhren und Kunstgegenstände zu kaufen. Die Bezahlung läuft ausschließlich bargeldlos.

Mit dem neuen Gebrauchtwarenkaufhaus will die ASF die Wiederverwendung von Gegenständen fördern, Gebrauchtem ein zweites Leben geben und Abfälle vermeiden. Das neue Verkaufsgebäude ist ein zentraler Baustein der Freiburger Abfallvermeidungsstrategie, so die Stadtverwaltung.

Gebrauchtwarenkaufhaus schafft Bewusstsein und Arbeitsplätze

Das Konzept der "Fundfabrik" gehe laut Stadtverwaltung zudem über den Verkauf von Second-Hand-Ware hinaus. Im dritten Stockwerk können Besuchende während ihres Einkaufs in einem Repair-Café Platz nehmen. Geplant sind außerdem Workshops und Vorträge, die Anregungen geben sollen, wie Produkte länger genutzt oder repariert werden können.

Ein Regal mit Geschirr im Gebrauchtwarenkaufhaus Freiburg
Ein buntes Sortiment an Geschirr, Gläsern und Tassen gibt es im Gebrauchtwarenkaufhaus in Freiburg

Für ASF-Geschäftsführer Michael Broglin ist das neue Kaufhaus zudem eine "gute Lösung für Mitarbeitende, die aufgrund gesundheitlicher Probleme in ihrem eigentlichen Job bei der Abfallwirtschaft oder der Stadtreinigung nicht mehr arbeiten können." In dem neuen Gebrauchtwarenkaufhaus fänden sie eine sinnvolle Tätigkeit, die sie trotz ihrer Einschränkungen ausüben könnten, so Broglin.

Gebrauchte Gegenstände spenden und mitnehmen: Das gibt's in ganz Südbaden

Auch in anderen Teilen Südbadens finden sich ähnliche Angebote. Im Ortenaukreis gibt es gleich mehrere Standorte für Gebrauchtwaren. In Lahr-Sulz, Rammersweier und Schwanau-Ottenheim wird gebrauchte Ware, die Wertstoffhofbesuchende abgegeben haben, in den Geschenkt!-Häusern gesammelt. Dort kann sie kostenlos mitgenommen werden. Der Recyclinghof in Küssaberg (Landkreis Waldshut) nimmt ebenfalls gut erhaltene und funktionstüchtige Gegenstände entgegen und stellt diese kostenlos wieder zur Verfügung.

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